Ein heißer September für Ferrari
Das Ferienende muss bei Luca Cordero di Montezemolo (Präsident von Ferrari) schon einen ziemlich bitteren Nachgeschmack mit sich gebracht haben. Nach den schlechten Leistungen in der Formel 1 fehlten nur noch brennende Ferraris. Maranello hat die Rückrufaktion von 1.248 Wägen der jüngsten Ferrari-Serie, 458 Italia, beschlossen. Das Modell ist praktisch der Punkt auf dem "I" des Autohauses: ein wahres Monster mit seinen 570 PS (419 kW), einer Höchstgeschwindigkeit von 325 km/h und einem Listenpreis von fast 200.000 Euro. Schuld ist die Hitzeschutzabdeckung an den hinteren Radläufen, bei der ein entzündlicher Kleber verwendet wurde.Und dabei hat Ferrari so stark auf den Erben des erfolgreichen F430 gesetzt. Die Gemüter der Ferrarifans waren beim Herauskommen des 458 Italia stark bewegt. Während der Vorstellung sagte Montezemolo: "Er ist ein Tribut an Italien und seine einzigartigen Eigenschaften machen die Arbeit, die italienischen Produkte und das gesamte Land zum Synonym für Exzellenz, Kreativität und Qualität in der Welt".
Aber nach nur wenigen Wochen hörte man die ersten Stimmen. "Ein Ferrari 458 Italia ist durch spontane Selbstentzündung verbrannt", so die Fachblogs und auch die Fotos des brennenden Wagens wurden gezeigt. Die Tage vergehen und man dachte, es wäre nur ein Zufall gewesen, aber die Anzahl der sich selbst entzündenden Ferraris steigt ständig. Die Fälle treten in Kanada, China, Frankreich und der Schweiz auf. Die Stimmen seitens der Presse werden mehr und mehr und zwingen den Automobilhersteller zu reagieren. Gut zehn verkohlte Fahrzeuge erregen nun mal Aufmerksamkeit und das umso mehr, weil auf der Motorhaube ein steigendes Pferd zu sehen ist.
Insgesamt war die Rückkehr aus den Ferien recht unglücklich für das gesamte Lingotto. Der italienische Automobilmarkt hat seit 1993 keine so niedrigen Verkaufszahlen aufgewiesen. Im August hat Fiat über 26 Prozent der Neuregistrierungen im Vergleich zu 2009 verloren. Und als ob das nicht ausreichen würde, haben die Spannungen mit der Gewerkschaft Fiom wieder volles Licht auf die Schwierigkeiten geworfen, die der Automobilbereich im Moment durchmacht. Der einzige positive Punkt ist laut Sergio Marchionne (Unternehmensleitung von Fiat) der Erfolg der Fiat-Tochter Chrysler, deren Verkaufszahlen ständig wachsen. Schade, dass man nicht immer in die Vereinigten Staaten fliegen kann.
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