Italien: Die Lega Nord im Alltag
[caption id="attachment_6217" align="alignnone" width="599" caption=""Kohärenz: Daran mangelt es in der italienischen Politik." Foto von der Facebook-Seite "Questa è la Lega". "]
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Vor Jahren hat die Komikerin Sabina Guzzanti in einer ihrer Imitationen Massimo D'Alemas eine fundamentale Wahrheit ausgesprochen: "Was nützt eine große Reformpartei der Linken in einem überwiegend von Rechten bewohnten Land?"
Ein Beispiel dafür erreicht uns heute vom FQ, in dem Furio Colombo den unglaublichen Vorschlag des Lega-Bürgermeisters von Tradate (Varese) kommentiert :
"Goebbels und der Ku Klux Klan hätten das nicht besser sagen können", schreibt Colombo im Hinblick auf die dunklen Beweggründe dieser Anordnung, in denen es um den "Ausdruck eines Grundbedürfnisses" geht, das sich aus dem kontinuierlichen demographischen Niedergang der europäischen Bevölkerung speist. Der Erlass wurde geschaffen, um die "Zukunft der europäischen Kultur, die unauflöslich mit den Völkern Europas selbst verknüpft ist" sicherzustellen.
“Abscheulich” wäre jetzt wohl der erste Kommentar einer Person mit gesundem Menschenverstand. Leider gibt es in Italien viele Menschen, die sich der Meinung des Bürgermeisters von Tradate anschließen. Es gibt diese Angst vor der Zukunft eines Italiens, das irgendwann einmal nicht mehr “italienisch” sein könnte. Es ist dieselbe Angst, die die Bevölkerung des Nordens vor 20 Jahren gegenüber den Süditalienern empfand (und die zufällig von ein und derselben Partei geschürt wurde), die aber letztendlich unbegründet war. Veränderungen sind unausweichlich. Ein Mensch, der von einer “europäischen Rasse” spricht, sich aber vor äußeren Einflüssen und den Veränderungen, die diese bringen, fürchtet, ist ignorant. Italien selbst ist heute (genauso wie vor 50 Jahren) das, was es ist, dank der vielen Veränderungen und Migrationen. Die Herrschaft der Spanier, Franzosen, Araber, Griechen, Phönizier, Österreicher, Barbaren und wer weiß wie vieler anderer noch haben eben das geschaffen, was heute so viele Menschen als “zu schützende Rasse”, vielleicht auch als privilegierte Rasse ansehen.
Die Ignoranz gehört zum Schlimmsten, was es auf dieser Welt gibt, weil sich aus ihr alle Diskriminierungen, Gewaltakte und Kriege nähren. Im Norden Italiens, da wo ich wohne, denken viele Menschen genau so wie der Bürgermeister von Tradate und vergessen damit die sogenannten christlichen Werte, die ihnen doch sonst so sehr am Herzen liegen. Dabei fallen sie doch schon der Heuchelei anheim, wenn sie ihren so geliebten Dialekt sprechen. Denn ein Dialekt wie der lombardische wäre ohne französische und spanische Einflüsse nicht denkbar. Kein Land auf der Erde wäre das, was es heute ist, ohne die Einflüsse anderer Völker oder Ideen. Natürlich gehören in eine solche Argumentation auch die Themen Sicherheit, Lebensqualität und Gerechtigkeit hinein. Das sind unverletzbare Grundrechte, die aber nur auf der Grundlage des Verstoßes, des Verhaltens und der Bildung des einzelnen Individuums politisch geregelt werden dürfen, und nicht aufgrund der Hautfarbe, des Geburtsortes und der Gebetsform eines Menschen.
Andere Gedankengänge als dieser dürfen in unserer heutigen, modernen Welt nicht mehr hingenommen werden.
Italien, komm endlich zu Dir!
[/caption]Vor Jahren hat die Komikerin Sabina Guzzanti in einer ihrer Imitationen Massimo D'Alemas eine fundamentale Wahrheit ausgesprochen: "Was nützt eine große Reformpartei der Linken in einem überwiegend von Rechten bewohnten Land?"
Ein Beispiel dafür erreicht uns heute vom FQ, in dem Furio Colombo den unglaublichen Vorschlag des Lega-Bürgermeisters von Tradate (Varese) kommentiert :
“Die Gemeinde zahlt für jedes geborene Kind 500 Euro Prämie. Aber nur dann, wenn beide Eltern Italiener sind”. Was bedeutet: Wenn sie Weiße sind. Dieser Erlass entstammt derselben geistigen Richtung wie "das Gesetzespaket für die Verteidigung der Rasse " von 1939. Gegen den Erlass von Tradate haben Bürger und Gruppen mobilisiert, um dieses unglaubliche Ereignis vor die Augen der Gesetzeshüter zu bringen. Das Mailänder Gericht hat in seinem Urteil dem Erlass “einen eindeutigen Diskriminierungswillen" bescheinigt.
"Goebbels und der Ku Klux Klan hätten das nicht besser sagen können", schreibt Colombo im Hinblick auf die dunklen Beweggründe dieser Anordnung, in denen es um den "Ausdruck eines Grundbedürfnisses" geht, das sich aus dem kontinuierlichen demographischen Niedergang der europäischen Bevölkerung speist. Der Erlass wurde geschaffen, um die "Zukunft der europäischen Kultur, die unauflöslich mit den Völkern Europas selbst verknüpft ist" sicherzustellen.
“Abscheulich” wäre jetzt wohl der erste Kommentar einer Person mit gesundem Menschenverstand. Leider gibt es in Italien viele Menschen, die sich der Meinung des Bürgermeisters von Tradate anschließen. Es gibt diese Angst vor der Zukunft eines Italiens, das irgendwann einmal nicht mehr “italienisch” sein könnte. Es ist dieselbe Angst, die die Bevölkerung des Nordens vor 20 Jahren gegenüber den Süditalienern empfand (und die zufällig von ein und derselben Partei geschürt wurde), die aber letztendlich unbegründet war. Veränderungen sind unausweichlich. Ein Mensch, der von einer “europäischen Rasse” spricht, sich aber vor äußeren Einflüssen und den Veränderungen, die diese bringen, fürchtet, ist ignorant. Italien selbst ist heute (genauso wie vor 50 Jahren) das, was es ist, dank der vielen Veränderungen und Migrationen. Die Herrschaft der Spanier, Franzosen, Araber, Griechen, Phönizier, Österreicher, Barbaren und wer weiß wie vieler anderer noch haben eben das geschaffen, was heute so viele Menschen als “zu schützende Rasse”, vielleicht auch als privilegierte Rasse ansehen.
Die Ignoranz gehört zum Schlimmsten, was es auf dieser Welt gibt, weil sich aus ihr alle Diskriminierungen, Gewaltakte und Kriege nähren. Im Norden Italiens, da wo ich wohne, denken viele Menschen genau so wie der Bürgermeister von Tradate und vergessen damit die sogenannten christlichen Werte, die ihnen doch sonst so sehr am Herzen liegen. Dabei fallen sie doch schon der Heuchelei anheim, wenn sie ihren so geliebten Dialekt sprechen. Denn ein Dialekt wie der lombardische wäre ohne französische und spanische Einflüsse nicht denkbar. Kein Land auf der Erde wäre das, was es heute ist, ohne die Einflüsse anderer Völker oder Ideen. Natürlich gehören in eine solche Argumentation auch die Themen Sicherheit, Lebensqualität und Gerechtigkeit hinein. Das sind unverletzbare Grundrechte, die aber nur auf der Grundlage des Verstoßes, des Verhaltens und der Bildung des einzelnen Individuums politisch geregelt werden dürfen, und nicht aufgrund der Hautfarbe, des Geburtsortes und der Gebetsform eines Menschen.
Andere Gedankengänge als dieser dürfen in unserer heutigen, modernen Welt nicht mehr hingenommen werden.
Italien, komm endlich zu Dir!
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