Wir können nicht einfach weiter Medikamente in den Müll werfen

Veröffentlicht auf von Katharina Heidrich

"Wir können nicht einfach weiterhin Medikamente in den Müll werfen." Unter diesem anregenden Titel wurde in der Mai-Ausgabe der spanischen Zeitschrift "Atención Primaria" ein Leserbrief veröffentlicht. Die Autoren, die dem Gesundheitszentrum Mariñamansa en Orense angehören, haben einen Monat lang alles sanitäre Material und alle Medikamente gesammelt, die von Patienten, Ärzten und Krankenschwestern weggeworfen wurde, um sie auf angebrachte Weise zu recyceln und zu vermeiden, dass sie in den normalen Müll gelangten. Sie sahen sich detailliert die Inhaltsstoffe an und rechneten deren Kosten hoch. Allein im Februar 2008: 119 Medikamente im Wert von 2.740 Euro.
- Abgegeben von Patienten (und man muss diesen dankbar sein, dass sie die Medikamente im Gesundheitszentrum abgeben und sie nicht einfach in den normalen Hausmüll werfen): 78 Packungen, 47% ungeöffnet und 56% mit gültigem Verfallsdatum: 1444 Euro. Bei drei Packungen handelte es sich um Medikamente, die im Krankenhaus verschrieben werden, im Wert von 645 Euro.

- Kostenlose Proben von Vertretern: 22 ungeöffnet und 16 mit gültigem Verfallsdatum: 208 Euro

-Von Patienten zurückgegeben: 13 Blutzuckermessgeräte (4 nagelneu) und Blutzuckerteststreifen (3 von 4 Packungen ungeöffnet und alle mit abgelaufenem Verfallsdatum: 908 und 108 Euro

Das mutige Engagement dieses Teams hinsichtlich der Auflistung und Analyse dieser Verschwendung verdient eine besondere Erwähnung.

Patienten, die nicht zu schätzen wissen, was sie zu vergünstigten Preisen kaufen. Ärzte und Krankenschwestern, die Behandlungen im Gesundheitszentrum oder Krankenhaus verschreiben, ohne die Patienten um ihre Meinung zu fragen oder zumindest davon ausgehen zu können, dass diese die Behandlung und Abläufe genau verstehen. Absurde Blutzuckermessmethoden, die keine Entscheidungsprozesse für die metabolische Therapie des Diabetes mit sich bringen.



Verschwendung auf vielen Seiten. Hier muss eingegriffen werden, um unser Gesundheitssystem der aktuellen Lage anzupassen. Und um dies gut zu machen, brauchen wir die Zeit und den Willen des medizinischen Personals,  Limits und Mitverantwortung der Patienten hinsichtlich des Gesundheitssystems und Verwalter, die über ausreichende Information zu diesem Thema verfügen.

Werbung

Veröffentlicht in Gesundheit

Um über die neuesten Artikel informiert zu werden, abonnieren:
Kommentiere diesen Post