Rückverfolgbarkeit: Gesundes Essen mit eigenem Stammbaum

Veröffentlicht auf von Katharina Heidrich



Während wir uns in Spanien auf die sogenannten White Label Produkte ungewisser Herkunft stürzen, heisst die Ernährungsrevolution in anderen Ländern "kontrollierte Herkunft".

Sie werden sagen, dass es das auch hier gibt, und da haben Sie Recht. Allerdings nur bei teuren und ausgewählten Produkten wie Wein oder Hülsenfrüchten, die wir nur selten konsumieren. Beim Einkauf wählen wir unbewusst uns bekannte Marken, wenn wir Qualität suchen. Das gewohnte Logo flößt uns Vertrauen ein, doch fast nie sagt es uns etwas über den Herkunfts-, und nur selten über den Verpackungsort.

Das wird sich nun ändern. Der europäische Konsument ist immer bewusster und verantwortungsvoller und besteht auf Rückverfolgbarkeit. Er will das Produkt kennen, seine genaue Herkunft, Rasse oder Varietät, die Anbauungsart oder das Futtermittel, ja sogar die Agrarlandschaft und Landwirte, die diese bebauen. Angesichts der Ernährungsglobalisierung gibt es immer mehr Supermärkte, die nationale oder lokale Produkte anbieten. Auch die Restaurants springen auf den “Kilometer Null” Zug auf und bieten Gerichte mit Lebensmitteln aus der unmittelbaren Umgebung an. Das ist die gesunde Ernährung mit eigenem Stammbaum.

Eine neue Mode für Reiche? Auf keinen Fall. Lediglich ein neues Bewusstsein des Konsumenten, der immer ausgebildeter und engagierter wird. Wir wissen zum Beispiel, dass wir durch den Verzehr von Fleisch oder Nebenerzeugnissen von heimischen Viehrassen, die auf dem Land aufgezogen werden, ein qualitativ hochwertiges Produkt vor uns haben, und gleichzeitig geben wir dem Schäfer und sogar Geiern und Wölfen zu essen.

Die aktuelle Krise beschleunigt diese Tendenz, anstatt sie abzuschwächen, denn viele Leute kehren zum eigenen Gemüsegarten zurück, um ihren Geldbeutel zu schonen und sogar zu füllen. Und dies tun sie mit großer Mühe und Liebe und kümmern sich intensiv um das Produkt, ohne es teurer zu machen. Sie schonen eine Erde, von der sie wissen, das diese ihre Zukunft ist.

Wie immer fangen die Revolutionen von unten an - dort sind unsere traditionellen Märkte, die den Weg vorgeben. Uns wird nicht einfach mehr Gemüse und Obst verkauft, sondern gleichzeitig deren Herkunft erklärt und wir werden zu Protagonisten der Erhaltung der Landschaften, die nur dann überleben können wenn wir ihre lokalen Unterschiede erhalten. Der Konsument weiss dies und setzt auf den Wandel, nicht wahr? Denn für billige Produkte schlechter Qualität haben wir schon den Weltmarkt.

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