Scientology: Religionsgründung für Dummies

Veröffentlicht auf von Ingmar Link

[caption id="attachment_5928" align="alignright" width="316" caption="Foto: astroot, Creative Commons Lizenz, Flickr."][/caption]

Eine Religion gründen. Besser. Geht es. Nicht.

Das Amüsante bei Religionen ist, zumindest aus meiner Sicht, dass jeder eine gründen kann. Wichtig ist, dass deine Religion es schafft, eine Institution zu werden, die lange, lange nachdem du gestorben bist, noch besteht. So gewinnt man das Spiel der Religion. Der Gewinn? Unsterblichkeit.Na ja, irgendwie. Dein Name wird lange nachdem du tot bist weiterleben und wenn du richtig gut warst, werden Leute ihre Lebensart angesichts dessen, was du gesagt hast, ändern.

Komm schon… wer hätte keine Lust dazu? Das klingt doch fantastisch!

Es ist vielleicht ironisch, dass so viele Religionen in ihrem Kern den Glauben an die Möglichkeit, nach dem Tod weiterzuleben. Ob Menschen dies tatsächlich können oder nicht werde ich jetzt nicht beantworten (oh, was solls, “nein können sie nicht”). Aber ein Prophet oder Führer eine Religion zu sein führt oft dazu, dass Menschen annehmen, man sei verschwunden um irgendwo unsterblich dahinzuleben und unsterbliche Dinge zu tun.. um… Sandkörner in der Sahara zum 1,004,232. Mal zu zählen oder rum zu knutschen. Oder machen das nur Vampire? Die verdammten Vampire haben den ganzen Spaß.

Aber ich verliere den Faden. Wenn der Dokumentarfilm der BBC über die Scientology letzte Nacht die Wahrheit erzählt, verliert die offizielle Scientology Mitglieder, anstatt neue zu gewinnen. Ich bezweifle irgendwie, dass die ein Cash Flow Problem bekommen werden, sie werden das sicherlich überleben – aber es wäre auch unglaublich gewesen, wenn die Rekrutierung, angesichts der immer öfter verbreiteten Details, nicht schwieriger geworden wäre.

Das Spiel der Religion unterliegt dem Gesetz des Stärkeren. Es ist ein Mikrokosmos der Evolutionstheorie, in der Religionen so handeln, dass ihr Wachstum unterstützt wird. Jene, die das nicht tun, wachsen nicht. In Sachen Glaubensmodell sind die Abrahamischen Glauben (zum Beispiel) sehr erfolgreich, was nicht wirklich überrascht. Viele sind Erweiterungen des Judentums, das selber sehr erfolgreich ist.

Die Frage, die sich Scientologen stellen müssen, ist wieso sie ein Modell ablehnen, dass sich auf lange, lange, lange Sicht bewährt hat. Scientology befindet sich in einem Gebiet, das außerhalb des schönen Fleckens liegt, in dem erfolgreiche Religionen sich bewegen. David Allen Green schreibt darüber: Das Internet ist ein fundamentales Hindernis beim langfristigen Wachstum dieser Kirche. Das Problem ist einfach: Wenn du deine Geheimnisse geheim hältst, kann du den Leuten nicht vorwerfen, dass sie sich über deine Geheimnisse lustig machen. Wenn diese jedoch öffentlich sind, dann können die Leute sie immer noch für blöd halten, dann kannst du sie jedoch der Intoleranz gegenüber religiösem Glauben bezichtigen.

Ein Modell, dass eigentlich perfekt funktioniert. Gebt eure "Geheimnisse" preis und verlangt von Leuten Geld dafür, dass sie der Gemeinschaft beitreten und die Kirchen nutzen dürfen. Das klappt bereits seit tausend Jahren. Und es wird höchstwahrscheinlich noch weitere tausend Jahre klappen.

Ihr seid jetzt vielleicht verunsichert. Ihr denkt euch, “Verdammt! Wenn die unsere Geheimnisse entdecken, werden die denken, dass unsere Kirche doof ist!” aber ganz ehrlich, da liegt ihr falsch. Menschen können an alles glauben, wenn sie einen Grund dazu haben. Wenn ihr eine coole Truppe von unglaublichen Menschen seid und Leuten erzählt, dass sie euch folgen können, wenn sie nur daran glauben, dass sich eine Art Alien-Gott aus dem All in Teekannen versteckt, dann werden sie euch folgen - ihr werdet sehen. Sie werden es wirklich tun. Eigentlich noch mehr als das. Sie müssen gar nicht glauben - sie müssen nur sagen, sie würden glauben und niemandem je erzählen, dass sie es nicht tun. Das ist für eure Zwecke eigentlich das Gleiche.

Religionen, die es bereits seit tausenden von Jahren gibt, haben überlebt, weil sie flexibel genug waren, um sich den Veränderungen auf der Welt anzupassen und mit der menschlichen Psychologie schön übereinzustimmen. Die Religionen, die das Internet überleben werden, das bezweifle ich nicht, werden noch härter zu beseitigen sein als je zuvor (für jene, die es überhaupt versuchen. Persönlich denke ich, dass wenn man Menschen Löwen zum Fraß vorsetzt und selbst das nicht funktioniert, man es besser sein lässt oder verrückt wird).

Ich bezweifle nicht, dass Scientology, mit den richtigen Veränderungen, eine ganz normale Religion werden könnte, wie jede andere Religion. Alles hängt davon ab, ob sie die Lehren von denen übernehmen, die diesen Weg bereits gegangen sind. Religion ist ein Spiel – lernt erst mal die Regeln, Noobs!
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Veröffentlicht in Humor

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D
Na ja, witzig geschrieben, bloss die Logik fehlt. <br /> Die BBC und auch der Autor dieses Artikels mögen glauben, dass Scientology alles falsch macht, jedoch gibt es in der Geschichte abgesehen von Scientology kein Beispiel, wo eine Religion sich innert so kurzer Zeit über den gesamten Globus verbreitete. Gerade Mal 56 Jahre alt (Gründung der ersten Scientology Kirche), oder 60 Jahre wenn man die Erstveröffentlichung des Dianetik Buches als Anfang nimmt, ist Scientology heute auf allen Kontinenten und den meisten Ländern präsent.<br /> Wer da wirklich was lernen muss, sei also mal dahingestellt.<br /> Weshalb der Atheismus der von sich behauptet die wahre Geschichte des Menschen zu verbreiten sich dermassen schwer tut, unterliegt halt auch dem Gesetz des Stärkeren. Anscheinend hat Religion einen höheren Überlebenswert als Atheismus
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