Turin: Ein Schnellzug nach Europa!

Veröffentlicht auf von Jan

Turin ist eine Provinz des Piemont mit über 2,3 Millionen Einwohnern und einem durchschnittlichen BIP  pro Kopf von 27 404,55 € im Jahr. Insgesamt gibt es hier 195 628 Unternehmen mit Schwerpunkt auf Unternehmensdienstleistungen, während der Wert der Exporte im Turiner Gebiet sich auf 15,7 Milliarden Euro beläuft. Um Turin herum erstreckt sich der Piemont mit einem noch größeren Exportaufkommen gegenüber den schon beachtlichen Zahlen seines Hauptortes. Das BIP beträgt hier insgesamt stolze 126 856 Millionen Euro.

Dank des Hochgeschwindigkeitszuges TAV könnte man von Turin in anderthalb Stunden nach Lyon gelangen, also der Hälfte der Zeit, die man von dort nach Rom benötigt. Außerdem würden die Exporte vom Menschen- und Warenstrom profitieren, der zwischen Mailand und Frankreich hin- und herfließt.



Und doch behaupten Vito Bonsignore, PDL-Mitglied des Europarlaments, sowie die linksextremen Anhänger der Bewegung No-TAV: "Wenn Gelder für Kindergärten und andere Dienstleistungen für Bürger fehlen, dann muss man sich doch fragen, ob man 20 Milliarden Euro für ein Projekt ausgeben muss, das, so wie es uns präsentiert wird, hoffnungslos der Logistikentwicklung Resteuropas hinterherhinkt, dazu horrende Kosten erzeugt und nur dem Transport von Passagieren dienen wird".

Reden wir hier tatsächlich von einem Transportmittel wie dem Hochgeschwindigkeitszug TAV, der immer größere Verbreitung finden wird angesichts der immer längeren Wartezeiten an den Flughäfen, in Zeiten, in denen die Züge immer schneller und sicherer werden und dabei natürlich im Gegensatz zu Schiffen und Flugzeugen umweltfreundlicher sind, da sie mit Strom betrieben werden?

Aus welchem Grund sehen so viele Menschen aus dem Piemont nicht, dass Europa in nicht einmal 3 Jahren einen TAV haben wird, der in 4 Stunden London mit Köln/Frankfurt und mit Berlin verbindet? Anstatt zu diskutieren und Zeit zu verlieren, sollte man sich diesen wesentlichen Fakten zuwenden.

Anderen Regionen Italiens scheint dies unbegreiflich, doch laut dem, was man im Netz lesen kann, will man im Piemont tatsächlich nicht verstehen, wozu ein TAV/TAC gut ist und wie viel Arbeit und Wohlstand mit diesem einhergehen.

Nach vorsichtigen Schätzungen des Vorsitzenden der Deutschen Bahn, Rüdiger Grube, wird die Strecke London-Frankfurt anfänglich von bis zu 1,1 Millionen Passagiere benutzt werden. Wer weiß, wie viele es später einmal in der dreistündigen Zugfahrt von Turin nach Paris oder der fünfstündigen nach London sein könnten (oder sein werden)? Die Vorteile liegen also auf der Hand, besonders wenn wir uns klar machen, dass man einen Zug auch mal spontan nehmen kann, um z.B. von Turin nach London zu fahren, während heute mit dem Flugzeug mindestens 4 Stunden für Einchecken, Flug und Transport in die Stadt für dieselbe Strecke benötigt werden und dazu noch erhebliche Komplikationen für Gepäck und entnervende Kontrollen in Kauf genommen werden müssen.

Dazu ist der TAV gut...
Werbung

Veröffentlicht in Italien

Um über die neuesten Artikel informiert zu werden, abonnieren:
Kommentiere diesen Post
S
Der TAV ist auch gut zum Zerstören der Natur ... quer durchs Val Susa ... welchen Sinn hat Verzementierung??? Das ist nämlich anscheinend der einzige Baustoff, der in Italien "öffentlich"bekannt ist. er ist leicht mit etwas Sand zu strecken und somit geeignet um mehr Profit zu machen (ja sicher, keiner macht das ... das sind wie immer nur Hirngespinste ;-) oder vielleicht doch nicht ???)<br /> <br /> Und der Tourismus der dadurch zerstört wird und damit die Lebensgrundlage von den Menschen dort? Darüber spricht keiner ... <br /> <br /> Die aktuelle Bahnlinie ist kaum benutzt, wie auch die Flüge kaum ausgebucht (und die Platzanzahl ist im Flug ist weit geringer als im Zug) - man fragt sich schon, wo da die vielen Reisenden herkommen sollten. Vor allem, wenn man sich die Preise für TAV-Verbindungen anschaut. Letztendlich würde der Zug ein Privatzug für die gehobene Bevölkerungsschicht, also die Reichen werden (nur bezahlen darf Otto Normalverbraucher).<br /> <br /> In Italien fehlt es an allen Ecken und Enden am Nötigsten. Die Finanzen stehen so schlecht, dass man sich wundert, wie das Land überhaupt noch überleben kann und dann 20 Millionen Euro rausschmeißen? <br /> <br /> Ach ja und noch was: wer in Italien nicht der Meinung der Regierung ist, ist immer linksextrem bzw. Kommunist, egal ob die protestierenden liberal oder sogar rechtsextrem oder ganz einfach zwischendurch mal Leute mit gesundem Menschenverstand sind, die sich nicht über das gut kontrollierte Staatsfernsehen in den Tiefschlaf versetzen lassen und wie hypnotisiert alles hinnehmen, was da so kommt.<br /> <br /> Nur als Beispiel: wären die Proteste gegen Stuttgart21 in Italien würden auch diese den Linksextremen in die Schuhe geschoben bzw. es würde nicht mal in den Nachrichten gebracht, dass es überhaupt solche Demos gibt. <br /> <br /> Es gäbe hier noch so einiges über das Bel Paese, das Schöne Land Italien, zu sagen ...
Antworten