Video: das virale Phänomen "Guy walks across America"

Das Ansteckungspotenzial, die Viralität lässt sich nicht programmieren, planen, hervorrufen. Es gibt zu viele exogene Variablen, die per definitionem einem Wert zustreben, der unabhängig vom Gleichgewicht abläuft, das uns im Verhältnis Modell/Planung der Kommunikation gegeben ist.
Aber wenn du gut bist, kannst du wenigstens alles Menschenmögliche versuchen, um Viralität zu erzeugen.
Um einen solchen Fall von Ansteckungspotenzial handelt es sich beim Video, das diesen Sommer einen Riesenerfolg hatte: “Guy Walks Across America” gesponsort von Levi’s.
2770 Bilder wurden in 14 Tagen geschossen und mit der Stop-Motion-Technik zu einem 2-minütigen Video zusammengeschnitten, in dem wir dem jungen Mike, bloß mit Jeans und T-Shirt bekleidet, dabei zusehen, wie er von der Brooklyn Bridge in New York zu Fuß zur Golden Gate Bridge von San Francisco läuft.
Die Idee ist nicht wirklich neu und erinnert an den Hit “Where the Hell is Matt?” in dem wir dem jungen Matt durch die ganze Welt folgen. Dieser führt in den entlegensten Orten auf der Welt sein Tänzchen auf (gesponsort von VISA). Teilweise ist die Idee aber auch bekannten Filmen wie Into The Wild (der Geschichte von Alexander Supertramp, meisterhaft von Sean Penn verfilmt) oder dem unvergesslichen Forrest Gump entliehen.
Das Video von Levi’s ist technisch viel hochwertiger, aufwendiger geplant und wird von einem Blick hinter die Kulissen im Hollywood-Stil (das leider auf YouTube nur im den privaten Modus verfügbar ist) begleitet. Auch eine Google-Karte mit Fotos und Sehenswürdigkeiten, die Mike auf seinem Spaziergang durch die Vereinigten Staaten passierte, kann man sich anschauen.
In weniger als 10 Tagen wurde das Video 1.500.000 Mal angeschaut. Als Kommunikationsprojekt sollte der Clip genau das erreichen, was er jetzt tut: Ein weltweiter Hit auf YouTube zu werden.
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