Was wenn die Erde aufhören würde, sich zu drehen?

Auch wenn wir es nicht merken, da wir uns mit ihr drehen – und wie schon Einstein sagte, alles ist relativ – bewegt sich die Erde in ihrer Rotationsbewegung am Äquator um etwa 1.700 Kilometer pro Stunde. Diese Geschwindigkeit verringert sich auf etwa 850 Stundenkilometer an den 60. Längengraden und ist nur an den Polen gleich Null.
Diese Geschwindigkeit verursacht das, was wir unter dem Namen Zentrifugalkraft kennen. Auch wenn uns die Wissenschaftler sagen würden, dass diese nicht existiert und wir in Wirklichkeit von einer Zentripetalkraft sprechen müssten, die dafür verantwortlich ist, dass sich die Erde am Äquator ausweitet und der Meeresspiegel in Richtung Äquator steigt. Weitere Phänomene hinsichtlich des Klimas und der tektonischen Platten kann man auch auf diese Kraft zurückführen.
Es ist nicht absehbar, dass die Erde aufhört, sich zu drehen, doch wenn dies plötzlich geschehen würde, würden wir aufgrund des Trägheitsgesetzes wortwörtlich “ins All geschossen” werden, mit katastrophalen Folgen.
Witold Fraczek, der beim Esri arbeitet, welches Software für geografische Informationssysteme entwickelt, hat ein Programm benutzt, um darzustellen, was mit der Erde passieren würde, wenn die Rotationsbewegung nach und nach langsamer würde. Seinen Folgerungen nach würden am Ende zwei große Ozeane rund um die Pole bestehen bleiben sowie ein einziger großer Kontinent direkt am Äquator.

If the Earth Stood Still von Witold Fraczek
Selbstverständlich wird das unsere hypothetischen Abkömmlinge eher wenig interessieren, da sie vermutlich die drastischen Kilmaveränderungen nicht überleben würden. Es gäbe dann u. a. dreimonatige Nächte und Tage, ganz abgesehen von den starken Erdbeben, die von der Neuanordnung der tektonischen Platten - aufgrund des abnehmenden Effektes der Zentripetalkraft - ausgelöst würden.
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