Atomwaffen: Ahmadinedschad fordert Italien heraus

Veröffentlicht auf von Jan




[caption id="attachment_316" align="alignright" width="300" caption="Foto: Daniella Zalcman / Flickr / Creative Commons Lizenz"][/caption]

Während seiner Rede auf der Überprüfungskonferenz zum Atomwaffensperrvertrag, die derzeit im Glaspalast der UNO in New York stattfindet, hat der iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad die Abrüstung der amerikanischen Nuklearwaffen in Europa und insbesondere in Italien gefordert. Der Präsident argumentierte, dass “der Einsatz von Atomwaffen durch die USA das Wettrennen um die Nuklearrüstung” erst ausgelöst habe und die Vereinigten Staaten “die atomare Abschreckung gegen andere Länder, darunter auch den Iran einsetzen”.

Eine sicher legitime Forderung. Der iranische Präsident steckt den Finger in die Wunde, welche sich aus der paradoxen Situation ergibt, dass heute noch, 60 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs Länder wie Italien, Deutschland und Japan praktisch immer noch nicht ihre eigene Souveränität zurückerlangt haben. Gewissermaßen verhalten sich diese Staaten wie Kolonien der USA. Zudem müssen diese Kolonien verschiedene Militärbasen sowie Rüstung beherbergen, darunter auch eine beeindruckende Anzahl an atomaren Sprengköpfen.

Wir müssen uns nur mal klarmachen, dass die USA überall in der Welt etwa 850 Militärbasen unterhalten (darunter eine Dunkelziffer von Geheimbasen, über deren Lage man nichts weiß), 500 von diesen allein in Europa und 113 in Italien. Hier in Europa sind 480 Atombomben stationiert, 90 davon befinden sich auf italienischem Territorium. Jedes Jahr zahlt Italien Summen in Höhe von anderthalb Milliarden Dollar in die US-amerikanischen Kassen, was 41% der Kosten zur Aufrechterhaltung der US-Militärbasen und der amerikanischen Truppen in unserem Land ausmacht.

Die italienischen und die anderen europäischen Delegationen reagierten verblüfft auf Ahmadinedschads Forderungen und hatten keine treffende Erwiderung bereit. Daher wählten sie als Protest die Flucht aus der Aula (wie es sich für Feiglinge und Hochstapler geziemt).


Gegen was protestierten die da eigentlich? Doch nur gegen einen, der mal den Mut hatte, die Wahrheit zu sagen. Eine Wahrheit, welche die politische Klasse seit 65 Jahren aus Ehrfurcht vor ihrem Herrn unterm Sternenbanner der eigenen Bevölkerung verschweigt.
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Veröffentlicht in Italien

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