Das ist mein Bauch
Das Blog The Tummy Project auf Tumblr hat sich ganz dem Ziel verschrieben, die Schönheit und die Verführungskraft eines natürlichen Bauches zu betonen, ohne dass es dabei auf Größe und Volumen ankäme. Es geht einfach darum “sich wohl in der eigenen Haut zu fühlen. Man sollte sich um den Druck von außen nicht kümmern, wo einem eingeredet wird, man sei nicht normal, hässlich oder wer weiß was noch. Wir sind alle verschieden– schließt der About – darum: Let’s embrace that diversity!“.Der anonyme Schöpfer des Blogs gibt uns also die Möglichkeit, die Bilder und Geschichten, die die Leser zeigen und erzählen möchten, zu vergleichen und darüber zu reden. Und wer eine Frage stellen möchte, die zu persönlich ist, um sie der ganzen Netzgemeinde vorzulegen, der kann dies über den Bereich ask me anything tun.
Wer sich auf diese Erfahrung eingelassen hat, ist vom therapeutischen Nutzen der Initiative überrascht und begeistert. “Als ich mein veröffentlichtes Bild hier gesehen habe, ist mir klar geworden, wie sehr ich meinen Bauch doch eigentlich mag”, schreibt allurophile am 19. Juni. Einige der Teilnehmer haben Magersucht oder Morbus Crohn hinter sich. Dann gibt es welche, die lieber ein retuschiertes Foto posten, um klarzumachen, wie auch Kurven natürlich oder stereotypisiert wahrgenommen werden können. Manche schämen sich auch ihres eigenen Körpers und gewinnen Selbstvertrauen, wenn sie ihn nur im Netz zeigen. Andere wiederum hassen ihren eigenen Körper und können nicht mit dem leben, was sie im Spiegel sehen. Auch für diese Menschen ist The Tummy Project ein denkbarer erster Schritt hin zur Durchbrechung der Barrieren, die den Austausch mit Anderen und die Akzeptanz des eigenen Körpers hemmen.
Nicht zuletzt ist dies ein Ort, an dem Wortmeldungen wie diese hier Menschen, die für dieses Problem empfänglich sind, anregen können, selbständig darüber nachzudenken:

Seit dem 26. November 2009 bis heute haben Hunderte von Menschen auf dieser Seite einen Ort gefunden, an dem man sich offen und ehrlich aussprechen kann, um sich vielleicht zum ersten Mal frei genug zu fühlen, zu sagen, was man von sich selbst hält. Ich finde diesen Umstand sehr positiv, da sollten sich unsere Politiker und Journalisten, die nicht müde werden, die Mängel und hässlichen Seiten des Internets hervorzuheben, mal eine Scheibe von abschneiden. Sie könnten hier lernen, wie man dem Web wirklich gerecht wird und sich ein Bild von den Regeln machen, die dort herrschen.
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