Die spanischen Telefonanbieter stürmen das Web

Veröffentlicht auf von Katharina Heidrich

[caption id="attachment_6163" align="aligncenter" width="523" caption="lnternet-Karte. Bild: Jurvetson/Flickr. CC-Lizenz"][/caption]

Das Word Wide Web entstand am Rande der großen Unternehmen, beinahe wie ein militärisches Experiment, das aus einer Kommunikationsstruktur des akademischen Bereiches hervorging. Danach ging die Anzahl der Benutzer durch die Decke und die Telefonanbieter entdeckten, dass die Geschichte ihnen die Rolle einer Informationsautobahn im 21. Jahrhundert zugedacht hatte. Eine Rolle, die sie nie gut gespielt haben, da sie an ihre Monopolstellung gewöhnt waren.

Bis zur zweiten großen Entwicklung, denn nun bietet das tragbare Internet eine große Chance, ein Stück vom Kuchen zu ergattern. Am Verhandlungstisch sitzen Telefonanbieter, konventionelle Medien und Firmen, die Webinhalte anbieten.
So würde das Netz in Spanien aussehen, wenn die Netzneutralität abgeschafft würde. Bild: believekevin/Flickr. CC-Lizenz

Die Telefonabieter scheinen am besten zu wissen, worum es geht. Während die Medien noch um Leser und Werbeeinkünfte trauern, sehen die Ersteller von Webinhalten ihre Chance und streiten sogar darum (Murdoch gegen Google, zum Beispiel). Währenddessen gehen die Anbieter ganz ihrem eigenen Ziel nach. Sie haben schon den Startpunkt  ihrer Reform angekündigt: Ein nicht neutrales Netzwerk (zahlen je nach aufgerufenem Webservice), das Ende der Flatrate (zahlen je nach Konsum).

Aber das ist nur der Anfang. Die Rolle des Zwischenhändlers zwischen Hersteller und Kunden (das iPhone wird z. B. exklusiv von Movistar vertrieben) reicht den Telefonanbietern nicht mehr. Nun stellen sie ihre eigenen Terminals und Betriebssysteme her: Je weniger Spieler auf dem Feld, desto besser (Facebook scheint das auch so zu sehen). Sie sind es auch leid, die bestehenden Betriebssysteme an ihre Strategien anzupassen (Android ist frei und open source, aber das Handy nicht).

Die tollen Gelegenheiten für Telefonanbieter gehen ihrem Ende zu (bisher nur für Festnetzanschlüsse, aber bald auch für Handys, ein Markt, der völlig überlaufen ist). Die Anbieter möchten ihren Kompetenzbereich erweitern: Sie wollen sowohl Hersteller als auch Verkäufer sein. Die erste Plattform (WAC, mit JIL fusioniert) ist bereits dank Unternehmen wie Vodafone, Telefónica, AT&T und China Mobile entstanden; sie dient zur Entwicklung von Software und versteht sich als Konkurrent zu iOS, Android oder Nokia.

Und Vorsicht: Diese Tendenz könnte auch die Anbieter von Webinhalten betreffen. Der Aufkauf von Tuenti durch Telefónica ist nur ein Anfang.
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Veröffentlicht in High-Tech

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