Wikileaks: Sind wir darauf vorbereitet, in einer Welt ohne Geheimnisse zu leben?
[caption id="attachment_8412" align="alignright" width="300" caption="Julian Assange, Sprecher von Wikileaks. Foto espenmoe/Flickr (CC)"]
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Wenn "die gesamte Kriegsführung auf Täuschung basiert" (Sun Tzu) und der Krieg "die Fortsetzung der Politik mit anderen Mitteln" ist (Karl von Clausewitz), wie sehen dann Krieg, Politik und Diplomatie in einer Welt ohne Geheimnisse aus?
Wikileaks ist kein Journalismus. Genausowenig lässt sich das Drucken der Geheimnisse des US-Außenministeriums als Sieg des Journalismus darstellen. Trotzdem steht der Journalismus vor einer seiner größten Herausforderungen. Die Wikileaks-Affäre bietet ihm die Gelegenheit, seine Wichtigkeit und Leistungsfähigkeit zu zeigen.
Wenn die erste Meldung über Twitter kommt und die Dokumente dann von Wikileaks geliefert werden, dann wird es - wieder einmal - Zeit, sich zu fragen, welche Aufgaben und Funktionen der Journalismus eigentlich hat. Ich bin davon überzeugt, dass man, um so viele Dokumente verdauen zu können, weiter auf guten Journalismus angewiesen ist. Doch ausserdem braucht man auch zusätzliche neue Mittel.
Bei einem solchen Fest der Transparenz kann ich nicht anders, als mich auch nach den Beschränkungen zu fragen, zu denen sich die Medien verpflichtet oder die sie akzeptiert bzw. auf die sie sich geeinigt haben, als sie die Dokumente von Wikileaks erhielten.
Wikileaks stützt sich für die Verbreitung erhaltener Dokumente auf führende Medien: "El Pais, Le Monde, Spiegel, Guardian & NYT werden heute abend zahlreiche Telegramme der US-Botschaften veröffentlichen, auch wenn die Wikileaks-Seite nicht mehr erreichbar ist"). Dies garantiert auch im Fall eines Angriffs auf die Wikileaks-Server die Verbreitung der Dokumente, wobei die Verantwortung der Medien sich wesentlich von der der Organisation von Julian Assange unterscheidet.
Die massive Enthüllung von US-Staatsgeheimnissen ist für den Journalismus eine große Herausforderung, eine Einladung zu opportunistischem Verhalten und sicherlich auch ein Wendepunkt für die Handhabung diplomatischer und militärischer Kommunikation.
Auf die Frage, wem das alles nützt, fällt es mir schwer, eine einfacht Antwort zu finden. Irgendjemand musste Wikileaks erfinden und wir sind fast alle gegen den Krieg, aber niemand kann auf die Diplomatie verzichten. Sind wir darauf vorbereitet, in einer Welt ohne Geheimnisse zu leben?
[/caption]Wenn "die gesamte Kriegsführung auf Täuschung basiert" (Sun Tzu) und der Krieg "die Fortsetzung der Politik mit anderen Mitteln" ist (Karl von Clausewitz), wie sehen dann Krieg, Politik und Diplomatie in einer Welt ohne Geheimnisse aus?
Wikileaks ist kein Journalismus. Genausowenig lässt sich das Drucken der Geheimnisse des US-Außenministeriums als Sieg des Journalismus darstellen. Trotzdem steht der Journalismus vor einer seiner größten Herausforderungen. Die Wikileaks-Affäre bietet ihm die Gelegenheit, seine Wichtigkeit und Leistungsfähigkeit zu zeigen.
Wenn die erste Meldung über Twitter kommt und die Dokumente dann von Wikileaks geliefert werden, dann wird es - wieder einmal - Zeit, sich zu fragen, welche Aufgaben und Funktionen der Journalismus eigentlich hat. Ich bin davon überzeugt, dass man, um so viele Dokumente verdauen zu können, weiter auf guten Journalismus angewiesen ist. Doch ausserdem braucht man auch zusätzliche neue Mittel.
Bei einem solchen Fest der Transparenz kann ich nicht anders, als mich auch nach den Beschränkungen zu fragen, zu denen sich die Medien verpflichtet oder die sie akzeptiert bzw. auf die sie sich geeinigt haben, als sie die Dokumente von Wikileaks erhielten.
Wikileaks stützt sich für die Verbreitung erhaltener Dokumente auf führende Medien: "El Pais, Le Monde, Spiegel, Guardian & NYT werden heute abend zahlreiche Telegramme der US-Botschaften veröffentlichen, auch wenn die Wikileaks-Seite nicht mehr erreichbar ist"). Dies garantiert auch im Fall eines Angriffs auf die Wikileaks-Server die Verbreitung der Dokumente, wobei die Verantwortung der Medien sich wesentlich von der der Organisation von Julian Assange unterscheidet.
Die massive Enthüllung von US-Staatsgeheimnissen ist für den Journalismus eine große Herausforderung, eine Einladung zu opportunistischem Verhalten und sicherlich auch ein Wendepunkt für die Handhabung diplomatischer und militärischer Kommunikation.
Auf die Frage, wem das alles nützt, fällt es mir schwer, eine einfacht Antwort zu finden. Irgendjemand musste Wikileaks erfinden und wir sind fast alle gegen den Krieg, aber niemand kann auf die Diplomatie verzichten. Sind wir darauf vorbereitet, in einer Welt ohne Geheimnisse zu leben?
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