34,6% der Spanier haben eine negative Meinung über Juden

Veröffentlicht auf von Katharina Heidrich



Dies beunruhigt mich sehr. Und ich stimme mit dem Kommentar der israelischen Botschaft in Spanien überein, die von einer "systematischen anti-israelischen Propaganda von Organisationen und politischen Parteien unter dem Dach der palästinensischen Bewegung" spricht. Dazu kommt das Verhalten der gesamten progressistischen Presse und von Zapatero selbst, der neulig das Palästinensertuch trug. Gesehen in der Zeitung “Diaro de Sevilla”:
Die Kritiken sind größtenteils darauf zurückzuführen, dass die Bürger die Juden mit der Politik der israelischen Regierung und dem Konflikt im Nahen Osten in Verbindung bringen (EFE, MADRID | AKTUALISIERT 08.09.2010 - 16:39)

34,6 % der Spanier haben eine negative Meinung über Juden, laut der ersten in Spanien durchgeführten Umfrage über Antisemitismus. Die Befragung zeigt allerdings auch, dass der Prozentsatz in den letzten 2 Jahren um 10 Prozentpunkte gefallen ist.

Die Umfrage, durchgeführt im Auftrag von Casa Sefarad, wurde von deren Präsident und Aussenminister Miguel Ángel Moratinos vorgestellt. Laut Moratinos zeigen die Ergebnisse, dass "die Haltung der Spanier weder anti-israelistisch noch antisemitisch ist."

Die Regierung hatte beschlossen, diese Umfrage durchzuführen, nachdem eine Studie über Antisemitismus des nordamerikanischen Institutes Pew Research Center im September 2008 veröffentlicht wurde. Diese zeigte, dass 46% der Spanier, 36% der Polen und 34% der Russen eine negative Meinung über Juden haben. In Deutschland dagegen waren es 25%, in Frankreich 20%.

Nachdem er besonders die "Bemühungen" der spanischen Regierung im Kampf gegen den Antisemitismus hervorhob, erklärte Moratinos, dass es sehr wichtig sei, die öffentliche Meinung zu kennen, deren "Toleranz" und "Respekt" diese Umfrage in Zweifel gestellt habe. Auch wenn laut Umfrage 34,6% negativ über Juden denken, zeigt die Studie auch, dass dies bei 53,6% der Muslime, 35,4% der Protestanten und 20,7% der Katholiken der Fall ist.

Der Minister hebt hervor, dass die Vorurteile gegenüber Juden in Spanien noch immer in einem nicht tolerierbaren Grade existieren, was für die Regierung bedeutet, dass sie noch mehr Erziehungsarbeit in Sachen Toleranz leisten muss. Der Präsident des Verbandes jüdischer Gemeinden in Spanien, Jacobo Israel, unterstreicht die Tatsache, dass der Antisemitismus in einem "zu hohen" Grad für eine einzige Gruppe - das jüdische Volk - existiert, welches nicht einmal 1% der spanischen Bevölkerung ausmacht.

Die Umfrage zeigt, dass die negativen Vorurteile über Juden hauptsächlich darauf zurückzuführen sind, dass die öffentliche Meinung die Juden direkt mit der Politik der israelischen Regierung und dem Konflikt im Nahen Osten assoziiert. So sehen die Spanier die Juden nicht als Verantwortliche für Probleme in Spanien, - lediglich 3,25% der Befragten - sondern in der Welt. Der Hauptgrund, den sie für ihre Vorurteile angeben, ist der Konflikt mit den Palästinensern.

Sie sehen sie als Verantwortliche für den Nah-Ost-Konflikt. 41,2 % der Befragten denken, dass Israel hierfür eine grössere Verantwortung trägt als Palästina (16,3%).

Gleich als die Umfrage bekannt wurde hat die israelische Botschaft eine Mitteilung veröffentlicht, laut der sie die Bemühungen der spanischen Regierung, um dem Problem in Spanien entgegenzuwirken, schätze. Die Botschaft bemängelt die "systematische anti-israelistische Propaganda von Organisationen und politischen Parteien unter dem Vorwand der palästinensischen Sache ". Sowohl Miguel Ángel Moratinos als auch Jacobo Israel haben die Medien gebeten, dabei zu helfen, "die schlichtenden Meinungen" hinsichtlich des Konfliktes im Nahen Osten zu verstärken.

Dennoch betont der Aussenminister, dass laut Umfrage die spanische öffentliche Meinung im Hinblick auf den Nah-Ost-Konflikt "ausgeglichener" sei, als sie manchmal erscheine. Ausserdem verteidigte er die Position der spanischen Regierung in diesem Konflikt.

Er zeigte sich"teilweise zufrieden", dass die spanische Gesellschaft die UN-Resolutionen und das Prinzip des Friedensprozesses, der einen israelischen Staat legitimiert, unterstütze. Diese seien "die einzige Lösung für ein friedliches Zusammenleben von Israel und Palästina" laut 80,7% der Befragten.

Doch laut Umfrage denken 54,9% der Spanier, dass die Juden den Holocaust für ihre Zwecke ausnutzen, während 11,1% meint, "Israel müsse verschwinden, da es in arabischem Gebiet gegründet wurde". Dies wurde von der israelischen Botschaft als besonders beunruhigend hervorgehoben, da es den Antisemitismus in Spanien enthülle.

In diesem Sinne und auf die Frage hin, ob die öffentliche Meinung von Reaktionen der Regierung hinsichtlich der Entscheidungen von Israel beinflusst werden könne, antwortet der Aussenminister, dass Spanien ein "Freund" sei und ein "exzellentes" Verhältnis zu Israel habe. Er fügte hinzu, dass man seine Regierung auf keinen Fall des Antisemitismus bezichtigen könne.
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