Bald werden die Internetnutzer nicht mehr (Bücher) lesen können

Veröffentlicht auf von Ingmar Link

Nach "Does IT matter" und "The big switch" veröffentlicht Nicholas Carr ein drittes Buch mit dem beunruhigenden Titel: "Wer bin ich, wenn ich online bin...: und was macht mein Gehirn solange? - Wie das Internet unser Denken verändert" (Original-Titel: "The Shallows: What the Internet Is Doing to Our Brains") Ihr interessiert euch für Evolution der Menschheit? Ob Internetnutzer oder nicht, ihr werdet das Buch mit großem Interesse lesen, es wird euch überraschen und beunruhigen. Das Buch handelt von wichtigen und Sorgen erregende Themen und wird euch nicht kalt lassen! Es ist ein Buch wie man sie früher schrieb, aus Papier, unberührt von Tabellen, Bildern oder Weblinks!
  Ein Eintauchen in die aktuelle Forschung der Neurowissenschaften Carr analysiert die Entdeckungen der Neurowissenschaften bezüglich unserer Denkweisen: Entgegen der alten Vorstellungen endet die ständige "Neuverkabelung" des Gehirns nicht mit dem Erwachsensein. Die Fortschritte der Gehirnsanalysetools, Dutzende Erfahrungen zeigen die beeindruckende Plastizität des menschlichen Gehirns: Die neuronalen Leitungen, ob sie nun den Tast-, Hör, Sehsinn betreffen, das Lernen oder das Gedächtnis... entwickeln sich rapide, in jedem Alter. Uner Gehirn ist "höchst veränderbar" ; diese Fähigkeit nimmt mit dem Alter leicht ab, verschwindet aber nie. Plastizität bedeutet nicht Elastizität. Wenn unser Gehirn neue Verbindungen entwickelt, lässt es die älteren sterben, die weniger benutzt werden. Ein paar Veranschaulichungen Im Alter von 34 Jahren verlor Friedrich Nietzsche nach und nach die Sicht und hatte Schwierigkeiten, zu lesen und zu schreiben. Im Jahre 1882 kaufte er sich eine Schreibmaschine beim Dänen Malling-Hansen. Nachdem er sich das Tippen angeeignet hatte, fing er wieder an zu schreiben, mit geschlossenen Augen. Seine Leser entdeckten, dass sein Stil sich geändert hatte: Die Texte waren kürzer und Inhaltsreicher. Nietzsche antwortete: "Ihr habt Recht, unsere Schreibinstrumente beeinflussen die Geburt unserer Gedanken".  Was wird morgen passieren, mit SMS und Twitter? Zwei Gruppen, eine mit den geübten Internetnutzern, die andere mit Menschen, die noch nie gesurft hatten, sollten einen Browser benutzen, um einfache Aufgaben auszuführen. Die Zonen des Gehirns, die dabei bei den zwei Gruppen aktiviert wurden, unterschieden sich sehr von einander. Die Neulinge lernten sechs Tage lang - eine Stunde pro Tag - zu navigieren. Die Tests ergaben... dass jetzt bei den Neulingen wie bei den Profis die gleichen Zonen des Gehirns aktiviert wurden! In sechs Stunden! Was passiert denn nach Hunderten von Surfstunden? "Wir werden, was wir denken" Die Veränderungen in unserem Gehirn können von unseren Gedanken ausgelöst werden, ohne physische Aktionen. Zwei Gruppen sollten eine einfache Melodie auf dem Klavier lernen, erstens physisch, indem sie auf de Instrument spielten, zweitens "virtuell". In diesem Fall saßen sie bloß vor einem Klavier, ohne die Tastatur zu berühren. Die gemessenen Veränderungen im Gehirn der beiden Gruppen waren identisch. Die Plastizität des Nervensystems ist sein "Normal"-Zustand während eines ganzen Lebens.
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Veröffentlicht in Frankreich

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