Die Banken sind Schuld an der Irland-Krise
[caption id="attachment_15641" align="alignright" width="264" caption="Obdachloser in Dublin, Irland. Photo REUTERS/Cathal McNaughton"]
[/caption] (...) Im Gegensatz zu Griechenland, das in letzter Sekunde im vergangenen Mai durch den Eingriff der Europäer und des IMFs gerettet wurde (die 80, bzw. 30 Milliarden geliehen haben), hat Irland kein Liquiditätsproblem, die finanziellen Bedürfnisse sind bis Juni 2011 abgedeckt. Anders ausgedrückt: Irland ist zahlungsfähig und der öffentliche Haushalt ist unter Kontrolle. Die konservative Regierung von Brian Cowen hatte bereits im Jahr 2009 eine strenge Haushaltspolitik eingeführt, die derjenigen von Athen, die EU und IMF den Griechen aufzwangen, in nichts nachsteht. So sieht der letzte Plan, der von Dublin veröffentlicht wurde, Ersparnisse in Höhe von 15 Milliarden Euro über 4 Jahre hinweg vor, also 10% des irischen BIPs. Das irische Problem ist zum größten Teil ein Bankproblem: Die Banken der Insel haben von der Finanzderegulierung profitiert, die von der Fianna Fáil[1] (seit 1987, außer zwischen 94 und 97 an der Macht) eingeführt wurde, und von den niedrigen Zinsen des Euro, wodurch wie wild Kredite vergeben wurden, was wiederum zu der Entstehung einer Immobilienblase geführt hat. Als diese geplatzt ist, überlebte das Bankensystem nur aufgrund der Bürgschaft des Staates für die Schulden der Banken (…). Jedoch war die Rettung der einheimischen Banken teuer: 50 Milliarden Euro an Rekapitalisierung und 80 Milliarden Euro toxischer Aktiva, in einer "bad bank" gehalten, der NAMA. Eine Rechnung, die das öffentliche Defizit Irland auf 32 % des BIPs steigen ließ. (...) Das Problem ist, dass die Finanzmärkte nun fürchten, dass Irland nicht in der Lage sein wird, die Schulden zurückzuzahlen. (...) Um Irland vor den Märkten zu schützen und Dublin Zeit zu geben, den Bankensektor in Ordnung zu bringen, musste die EU eingreifen. (...) Welche Gegenleistungen beinhaltet das Hilfspaket? Das ist die große Frage bei den Verhandlungen, die am Donnerstag in Dublin zwischen Experten der Kommission, der Zentralbank, dem IMF und der irischen Regierung. In Sachen Haushaltsplanung sieht man nicht was Brüssel, Frankfurt und Washington noch mehr verlangen könnten. Umso mehr da Irland ausgeschlossen hat, die Unternehmenssteuer - eine der niedrigsten Europas - zu erhöhen, trotz des Drucks seitens der Partner, Frankreich und Deutschland an erster Stelle. Die irischen Bemühungen werden sich daher wohl auf die Neuorganisation des Bankensektors konzentrieren. Es geht darum, "den Bankensektor stabil zu machen und zu verschlanken", hat Brian Lenihan, der irische Finanzminister erklärt. (...) Die wahre Gegenleitung dieses Hilfspakets ist eigentlich die Neustrukturierung der Bankenschulden, die einzige Lösung um die Verluste mit denen zu teilen, die den Banken Geld geliehen haben und die auch verantwortlich für die irische Bankenkrise sind (die "senior bond-holders"). Derzeit ist eine derartige Neustrukturierung nicht vorgesehen. In Bercy (französisches Finanzminsterium), erklärt man, dass diese Schulden von der Staatsgarantie gedeckt sind, was bei Inanspruchnahme dazu führt, dass die öffentlichen Schulden restrukturiert werden. "Und wenn man mit Staatsschulden anfängt zu spielen, setzt man sich Panik und Verbreitung aus", betont ein hoher Funktionär. (...) Ist der Euro in Gefahr? Der Euro ist absolut nicht in Gefahr. Und das, auch wenn ein oder mehrere Länder die gemeinsame Währung verlassen würden. Der Euro würde zwar auf den Märkten in Mitleidenschaft gezogen, aber eine Währung ist noch nie aufgrund des Drucks der Finanzmärkte verschwunden. Die Euro-Zone bleibt eine der größten Wirtschaftsmächte der Welt, was Investoren immer anziehen wird. Wie auch immer, kein Land hat ein Interesse daran, den Euro zu verlassen: In der Tat würde die neue Währung sofort angegriffen und abgewertet werden und die vorhandenen Schulden, in Euro, wären noch schwieriger zurückzuzahlen. (...) Eine Neustrukturierung der Staatsschulden wird das Problem nicht lösen, da das Land anschließend sehr lange unter großer Risikoprämie zahlen würde. Nicht den Euro anzunehmen ist eine Sache, ihn wieder aufzugeben ist eine andere. Anmerkung des Herausgebers [1] Die Fianna Fáil ist die republikanische Partei Irlands, heute liberal und Mitte-Rechts angesiedelt.
[/caption] (...) Im Gegensatz zu Griechenland, das in letzter Sekunde im vergangenen Mai durch den Eingriff der Europäer und des IMFs gerettet wurde (die 80, bzw. 30 Milliarden geliehen haben), hat Irland kein Liquiditätsproblem, die finanziellen Bedürfnisse sind bis Juni 2011 abgedeckt. Anders ausgedrückt: Irland ist zahlungsfähig und der öffentliche Haushalt ist unter Kontrolle. Die konservative Regierung von Brian Cowen hatte bereits im Jahr 2009 eine strenge Haushaltspolitik eingeführt, die derjenigen von Athen, die EU und IMF den Griechen aufzwangen, in nichts nachsteht. So sieht der letzte Plan, der von Dublin veröffentlicht wurde, Ersparnisse in Höhe von 15 Milliarden Euro über 4 Jahre hinweg vor, also 10% des irischen BIPs. Das irische Problem ist zum größten Teil ein Bankproblem: Die Banken der Insel haben von der Finanzderegulierung profitiert, die von der Fianna Fáil[1] (seit 1987, außer zwischen 94 und 97 an der Macht) eingeführt wurde, und von den niedrigen Zinsen des Euro, wodurch wie wild Kredite vergeben wurden, was wiederum zu der Entstehung einer Immobilienblase geführt hat. Als diese geplatzt ist, überlebte das Bankensystem nur aufgrund der Bürgschaft des Staates für die Schulden der Banken (…). Jedoch war die Rettung der einheimischen Banken teuer: 50 Milliarden Euro an Rekapitalisierung und 80 Milliarden Euro toxischer Aktiva, in einer "bad bank" gehalten, der NAMA. Eine Rechnung, die das öffentliche Defizit Irland auf 32 % des BIPs steigen ließ. (...) Das Problem ist, dass die Finanzmärkte nun fürchten, dass Irland nicht in der Lage sein wird, die Schulden zurückzuzahlen. (...) Um Irland vor den Märkten zu schützen und Dublin Zeit zu geben, den Bankensektor in Ordnung zu bringen, musste die EU eingreifen. (...) Welche Gegenleistungen beinhaltet das Hilfspaket? Das ist die große Frage bei den Verhandlungen, die am Donnerstag in Dublin zwischen Experten der Kommission, der Zentralbank, dem IMF und der irischen Regierung. In Sachen Haushaltsplanung sieht man nicht was Brüssel, Frankfurt und Washington noch mehr verlangen könnten. Umso mehr da Irland ausgeschlossen hat, die Unternehmenssteuer - eine der niedrigsten Europas - zu erhöhen, trotz des Drucks seitens der Partner, Frankreich und Deutschland an erster Stelle. Die irischen Bemühungen werden sich daher wohl auf die Neuorganisation des Bankensektors konzentrieren. Es geht darum, "den Bankensektor stabil zu machen und zu verschlanken", hat Brian Lenihan, der irische Finanzminister erklärt. (...) Die wahre Gegenleitung dieses Hilfspakets ist eigentlich die Neustrukturierung der Bankenschulden, die einzige Lösung um die Verluste mit denen zu teilen, die den Banken Geld geliehen haben und die auch verantwortlich für die irische Bankenkrise sind (die "senior bond-holders"). Derzeit ist eine derartige Neustrukturierung nicht vorgesehen. In Bercy (französisches Finanzminsterium), erklärt man, dass diese Schulden von der Staatsgarantie gedeckt sind, was bei Inanspruchnahme dazu führt, dass die öffentlichen Schulden restrukturiert werden. "Und wenn man mit Staatsschulden anfängt zu spielen, setzt man sich Panik und Verbreitung aus", betont ein hoher Funktionär. (...) Ist der Euro in Gefahr? Der Euro ist absolut nicht in Gefahr. Und das, auch wenn ein oder mehrere Länder die gemeinsame Währung verlassen würden. Der Euro würde zwar auf den Märkten in Mitleidenschaft gezogen, aber eine Währung ist noch nie aufgrund des Drucks der Finanzmärkte verschwunden. Die Euro-Zone bleibt eine der größten Wirtschaftsmächte der Welt, was Investoren immer anziehen wird. Wie auch immer, kein Land hat ein Interesse daran, den Euro zu verlassen: In der Tat würde die neue Währung sofort angegriffen und abgewertet werden und die vorhandenen Schulden, in Euro, wären noch schwieriger zurückzuzahlen. (...) Eine Neustrukturierung der Staatsschulden wird das Problem nicht lösen, da das Land anschließend sehr lange unter großer Risikoprämie zahlen würde. Nicht den Euro anzunehmen ist eine Sache, ihn wieder aufzugeben ist eine andere. Anmerkung des Herausgebers [1] Die Fianna Fáil ist die republikanische Partei Irlands, heute liberal und Mitte-Rechts angesiedelt.Dieser Post wurde von E-Blogs gekürzt. Um den gesamten Post auf Französisch zu lesen, klickt hier
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