Das Bienensterben bedroht die Ernten

Veröffentlicht auf von Ingmar Link

Indische Forscher haben zum ersten Mal bewiesen, dass der Rückgang der Bienenbevölkerung einen Rückgang der Landwirtschaftserträge zur Folge haben wird.

[caption id="attachment_10398" align="alignright" width="356" caption="Foto : Jean-François Richard, Ipernity, CC-Lizenz"][/caption]

In Indien macht die Landwirtschaft ein Fünftel der BIPs aus. Mit 7,5 Millionen Tonnen jährlich, die ungefähr 14% der weltweiten Produktion darstellen, ist das Land der zweitgrößte Gemüseproduzent weltweit, hinter China. Global gesehen wird das wirtschaftliche Gewicht  der Sektoren, die von der Blütenbestäubung abhängig sind, auf 224 Milliarden Dollar jedes Jahr geschätzt. Die Bestäubung wird indes vorrangig von Bienen durchgeführt... und deren Bevölkerung nimmt regelmäßig ab, obwohl man nicht so recht weiss, warum.

Die Bienen geht es gut... im Rahmen nachhaltiger Landwirtschaft

Erst haben Forscher der Universität Kalkutta die Erträge von zwei Nutzpflanzenarten verglichen: die, bei denen die Bestäubung nur über Bienen stattfindet und die anderen.

"Die Daten haben gezeigt, dass die Erträge der von Bestäubern unabhängigen Pflanzen weiterhin gewachsen sind", während die der anderen "gleichgeblieben sind", erklärte Dr. Basu der BBC. In einem weiteren Schritt hat das Forscherteam eine Reihe von Feldtests durchgeführt und dabei die Effekte der konventionellen Landwirtschaft mit denen der nachhaltigen Landwirtschaft verglichen, die sparsamer mit Pestiziden umgeht. "Wir haben klare Hinweise, dass im Rahmen einer nachhaltigen Landwirtschaft die Bestäuber sich stark vermehren [...] Diesen Weg sollten wir einschlagen" schlussfolgert der Forscher. Nur 10 bis 20 % der landwirtschaftlichen Fläche in Indien werden derzeit auf nachhaltige Art und Weise genutzt.

Dr. Basu befürchtet aber keine Nahrungskrise in seinem Land, denn die dominanten Anbauarten sind von Bienen unabhängig. Jedoch betont er das Risiko einer "Nährstoffkrise", denn die betroffenen Arten sind qualitativ sehr wichtig für seine Landsleute. Die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation (FAO) schätzt, dass von 100 Gemüsearten, die 90 % der Lebensmittelzufuhr in 146 Ländern darstellen, 71 von Biene bestäubt werden, insbesondere von wilden Bienen.

Die kommerziellen Bienen, Aushilfslösung der Reichen

In den industrialisierten Ländern, vor allem in den USA und in Europa, arbeiten zahlreiche landwirtschaftliche Betriebe mit sogenannten Bestäubungsimkern zusammen, die ihre Bienenvölker vermieten, denn die natürlichen Bevölkerungen reichen nicht aus. Aber diese Technik ist viel zu teuer für Indien. Insbesondere da im Jahr 2007 aufgrund des Colony Collapse Disorder (CCD) Phänomens ungefähr ein Drittel der amerikanischen Honigbienen-Bevölkerung ausgestorben ist. Manche Besitzer von kommerziellen Bienenstöcken haben so bis zu 90 % ihrer Bienen verloren.
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Veröffentlicht in Frankreich

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