Drei Dinge, die ich von meinen Kindern gelernt habe

Veröffentlicht auf von Ingmar Link

[caption id="attachment_5759" align="alignright" width="262" caption="Foto: Gabba Gabba Hey! (Creative Commons Lizenz, Flickr)"][/caption]

Wir werden alle mit unglaublichen Instinkt geboren, aber irgendwo auf dem Weg zum Erwachsenwerden geht dieser größtenteils verloren. Unser Vertrauen wird angeschlagen, wir machen Fehler und sind von unseren sozialen Erwartungen eingeengt. Wenn man Kinder hat, wird man daran erinnert, womit man geboren wurde. Wenn man sie aufwachsen sieht, wird einem wieder bewusst, welche Fähigkeiten im Leben wirklich wichtig sind. Sie versuchen die Welt auf ihre eigene kleine Weise zu verstehen und dies zeigt mir, wie ich auf andere Art und Weise leben kann.

Ich sage jetzt nicht, dass ich vor habe, zu schreien und mich auf dem Boden zu rollen wie ein Zweijähriger. Obwohl es eigentlich sehr befreiend sein würde.

Kleines Mädchen, 9 Monate alt: Entschlossenheit. Ein Feuer leuchtet in ihren Augen, Kleines Mädchen krabbelt jetzt rum. Alles was sie sieht will sie haben und sie tut alles um es zu bekommen. Auch wenn ihr älterer Bruder immer wieder versucht sie wegzudrücken oder ihr Sachen wegzunehmen, lässt sie sich nie unterkriegen. Diese Woche habe ich beobachtet, wie sie fast den ganzen Tag damit verbrachte sich aus dem Krabbeln in die Sitzposition zu bringen. Und am Ende des Tages hat sie es endlich geschafft. Sie war so aufgeregt, dass sie wieder hinfiel und sich den Kopf aufschlug. Dies hat sie aber auch nicht entmutigt. Sie ist die kleinste Person im Haus und ihr Selbstvertrauen und ihre Ausdauer sind inspirierend.

Fington, 2 Jahre alt: Selbstausdruck. Fington weiss genau was er will und was er nicht will und er scheut nicht davor zurück, es einem zu sagen. Es ist ihm ganz egal was man denkt und er macht sich keine Gedanken darüber, wie er sich benimmt. Wenn er glücklich ist, läuft er herum und lacht, wenn er traurig ist, schreit er. Manchmal umarmt er dich und grinst. Er lässt sich von seiner Selbstwahrnehmung nicht einschränken. Er weiss jederzeit genau wie er sich fühlt. Das ist unkompliziert und er ist immer direkt. Wenn er wütend ist, zeigt er es und lächelt fünf Minuten später. Er ist nie nachtragend.

Podge, 4 Jahre alt: Freier Denker. Podge wird nie irgendetwas einfach so akzeptieren. Er wird solange Warum fragen, bis ihm die Worte ausgehen. Er macht nicht irgendetwas, weil man ihm sagt, es zu tun. Er möchte wissen wieso er es machen muss. Er fragt warum Erwachsene alles verantworten, er schert sich nicht darum, dass man 30 Jahre älter ist, das macht für ihn keinen Unterschied. Autorität bedeutet ihm nicht viel, er folgt, wenn er inspiriert ist, sonst eben nicht. Er ist als Kind daher viel Arbeit und er kann ganz schön frech sein. Wenn er als Erwachsener so bleibt, wird er es weit bringen. Niemand schafft es irgendwo hin, indem er der Herde folgt.

Und Podge sagt Dinge wie diese: "Ich möchte nach einer Weile keine Geburtstage mehr haben, ansonsten werde ich noch hundert Jahre alt und sterbe."

Ich liebe diese weisen Worte.
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Veröffentlicht in Gesellschaft

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