Französisch-britisches Nuklearabkommen: der Beginn einer gemeinsamen Verteidigung
Diejenigen unter uns, die hinter dem Prozess der europäischen Einigung stehen, haben schon häufig danach verlangt, dass es außer einer gemeinsamen Verfassung, Währung und einer einzigen Stimme nach außen, auch zur Bildung einer europäischen Armee kommt, die unsere internationalen Interessen verteidigt.[caption id="attachment_7217" align="alignleft" width="226" caption="Unten, auf Französisch: "Bitte rechts halten". Oben, auf Englisch: "Bitte links halten""]
[/caption]Erste vorsichtige Schritte in diese Richtung wurden mit dem Eurocorps gemacht, einem ersten Bündnis mit militärischem Charakter, das von einigen Mitgliedern der EU aufgebaut wurde und als Versuch für die Schaffung eines europäischen Heeres dient. Vor allem die letzten zwei Jahre haben gezeigt, dass dies eine reale Option ist. Zwar hat Europa auf die Konflikte auf dem Balkan keine gemeinsame Antwort finden können, so dass die USA die Führung übernahmen. Bei den Operationen gegen Piraten im indischen Ozean haben die EU-Staaten jedoch bewiesen, dass sie gemeinsam eine angebrachte Antwort auf eine Bedrohung der internationalen Sicherheit finden können. Die Operation Atalanta wurde so zum besten Argument für ein gemeinsames Vorgehen.
Diese Woche nun, das heißt mitten in einer Krise, in der alle Staaten versuchen zu sparen, haben Großbritanien und Frankreich ein Abkommen unterschrieben, das eine bisher nicht erreichte militärische Kooperation vorsieht. Der Vertrag sieht eine gemeinsame Nutzung von Basen, der Marine und der Nuklearwaffen vor. Endlich wurde verstanden, dass eine gemeinsame Armee auch sehr viel günstiger ist.
Viel wichtiger noch ist, dass dieser Vertrag die beiden Länder dazu zwingt, bei Herausforderungen wie dem Irakkrieg, bei dem verschiedene Regierungen bisher verschiedene Wege einschlugen, eine gemeinsame politische Linie zu wahren, weil die Streitkräfte von nun an in vielen Fällen gemeinsam anrücken müssen. Dies ist genau, was auf EU-Ebene passieren würde, wenn es zum Aufbau eines europäischen Heeres käme. Es wäre eine Armee mit einer Stimme.
Was noch fehlt, ist eine Führungspersönlichkeit mit Entscheidungsfreude, die die sich bietende goldene Möglichkeit erkennt und sich umgehend an die Arbeit macht. Davon gibt es auf dem alten Kontinent vielleicht nicht mehr allzu viele. Das größte Hindernis war bisher Großbritannien mit seinen Kolonial- und Monarchieallüren. Dies ist nun aus dem Weg geräumt, jetzt brauchen wir nur noch jemanden, der sich an die Spitze des Projekts setzt.
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