Das französische Rentensystem im europäischen Vergleich
Das neue Rentenreformgesetz sollte sehr bald von der Nationalversammlung gebilligt werden. [Anm. der Editoren: Am 15 September hat der Text die Zustimmung der Abgeordneten erhalten] Das Renteneintrittsalter wird bis 2018 schrittweise von 60 auf 62 Jahre angehoben. Im Jahre 2020 werden die Franzosen 41,5 Jahre arbeiten müssen (zurzeit sind es 40), um die volle Rente zu bekommen.
Während zurzeit tausende von Menschen gegen die Reform demonstrieren, stellt sich die Frage: Wie wird das Problem in anderen Ländern gehandhabt? Welche Rente bekommen die Leute dort jetzt und in Zukunft? Haben es unsere europäischen Nachbarn leichter als wir? In mehreren Ländern wird heftig um die Rentenreform debattiert. Und wider Erwarten läuft es in Frankreich nicht unbedingt schlechter als anderswo. Unsere Schwachpunkte sind eher die Arbeitsplatzschaffung und das Wirtschaftswachstum.
Anderswo ist es auch nicht besser
Anstatt die Arbeitsdauer zu verlängern haben sich die meisten europäischen Länder dafür entschieden, das Rentenalter anzuheben. Doch viele haben schon seit längerer Zeit ein Pensionsalter von 65 Jahren für Männer und 60 Jahren für Frauen festgesetzt. Das gilt zum Beispiel für Belgien, die Schweiz, Spanien, Italien, Portugal, Griechenland, Luxemburg, Irland, Dänemark, Finnland, Österreich oder Polen. In manchen Ländern gilt ein Rentenalter von 60 bis 63 Jahren, u.a. in Estland, Lettland, Bulgarien, Ungarn, Rumänien... Großbritannien ist das Land, in dem man am spätesten in Rente geht: Im Jahre 2046 wird man erst mit 68 Jahren in Pension gehen. Holland und Dänemark haben für 2025 ein Pensionsalter von 67 Jahren vorgesehen. Dasselbe gilt für Deutschland (hier ist die Frist allerdings auf 2029 verschoben).
Das schwedische System wird immer noch als Vorbild genannt. Doch die Reform dort hätte wahrscheinlich nicht so viele Stimmen erhalten, wenn der Vorgang nicht so sanft über die Bühne gegangen wäre: Nach 10-jährigen Verhandlungen wurde das Mindestrentenalter auf 60 Jahre festgelegt, das maximale Alter wurde auf 70 Jahre verschoben. Die körperliche Belastung je nach Arbeitssektor wurde nicht in Betracht gezogen.
Und Arbeitsplätze für Senioren?
Doch wie bei seinen Nachbarn aus dem Norden wurde die schwedische Reform von einen regelrechten "Mobilisierungsstrategie um das Thema der Arbeitsplatzschaffung für Senioren" begleitet, erklärt Bruno Palier, Forscher beim CNRS und Cevipof und Spezialist der Sozialversicherungssysteme in Europa auf der Website touteleurope.eu. Und heutzutage werden die Renten in diesen Ländern durch deren positives Wachstum finanziert...
Es ist also reine Heuchelei, wenn man sich mit dem Rentensystem befasst ohne sich konkret mit der Arbeitsplatzschaffung für Senioren auseinanderzusetzen. Die Zeitung Le Figaro unterstreicht zu Recht, dass Frankreich in der Hinsicht noch einen langen Weg vor sich hat: Die Beschäftigtenquote für 55-64jährige beträgt 38,9%. Bei unseren europäischen Nachbarn liegt sie um die 46%. Angesicht dieser Zahlen gibt es in Frankreich verschiedene Denkschulen. Manche meinen, dass die Quote unter anderem so tief ist, weil man schon mit 60 in Rente gehen kann, was zu weniger Beschäftigten in der Alterklasse 60-64 führt. Andere denken, dass man unbedingt eine Politik gestalten sollte, die Arbeitsplätze für 50-60jährige und junge Leute schafft. Denn ohne Arbeit gibt es keine Sozialabgaben, und ohne Sozialabgaben gibt es keine Rente.
Während zurzeit tausende von Menschen gegen die Reform demonstrieren, stellt sich die Frage: Wie wird das Problem in anderen Ländern gehandhabt? Welche Rente bekommen die Leute dort jetzt und in Zukunft? Haben es unsere europäischen Nachbarn leichter als wir? In mehreren Ländern wird heftig um die Rentenreform debattiert. Und wider Erwarten läuft es in Frankreich nicht unbedingt schlechter als anderswo. Unsere Schwachpunkte sind eher die Arbeitsplatzschaffung und das Wirtschaftswachstum.Anderswo ist es auch nicht besser
Anstatt die Arbeitsdauer zu verlängern haben sich die meisten europäischen Länder dafür entschieden, das Rentenalter anzuheben. Doch viele haben schon seit längerer Zeit ein Pensionsalter von 65 Jahren für Männer und 60 Jahren für Frauen festgesetzt. Das gilt zum Beispiel für Belgien, die Schweiz, Spanien, Italien, Portugal, Griechenland, Luxemburg, Irland, Dänemark, Finnland, Österreich oder Polen. In manchen Ländern gilt ein Rentenalter von 60 bis 63 Jahren, u.a. in Estland, Lettland, Bulgarien, Ungarn, Rumänien... Großbritannien ist das Land, in dem man am spätesten in Rente geht: Im Jahre 2046 wird man erst mit 68 Jahren in Pension gehen. Holland und Dänemark haben für 2025 ein Pensionsalter von 67 Jahren vorgesehen. Dasselbe gilt für Deutschland (hier ist die Frist allerdings auf 2029 verschoben).
Das schwedische System wird immer noch als Vorbild genannt. Doch die Reform dort hätte wahrscheinlich nicht so viele Stimmen erhalten, wenn der Vorgang nicht so sanft über die Bühne gegangen wäre: Nach 10-jährigen Verhandlungen wurde das Mindestrentenalter auf 60 Jahre festgelegt, das maximale Alter wurde auf 70 Jahre verschoben. Die körperliche Belastung je nach Arbeitssektor wurde nicht in Betracht gezogen.
Und Arbeitsplätze für Senioren?
Doch wie bei seinen Nachbarn aus dem Norden wurde die schwedische Reform von einen regelrechten "Mobilisierungsstrategie um das Thema der Arbeitsplatzschaffung für Senioren" begleitet, erklärt Bruno Palier, Forscher beim CNRS und Cevipof und Spezialist der Sozialversicherungssysteme in Europa auf der Website touteleurope.eu. Und heutzutage werden die Renten in diesen Ländern durch deren positives Wachstum finanziert...
Es ist also reine Heuchelei, wenn man sich mit dem Rentensystem befasst ohne sich konkret mit der Arbeitsplatzschaffung für Senioren auseinanderzusetzen. Die Zeitung Le Figaro unterstreicht zu Recht, dass Frankreich in der Hinsicht noch einen langen Weg vor sich hat: Die Beschäftigtenquote für 55-64jährige beträgt 38,9%. Bei unseren europäischen Nachbarn liegt sie um die 46%. Angesicht dieser Zahlen gibt es in Frankreich verschiedene Denkschulen. Manche meinen, dass die Quote unter anderem so tief ist, weil man schon mit 60 in Rente gehen kann, was zu weniger Beschäftigten in der Alterklasse 60-64 führt. Andere denken, dass man unbedingt eine Politik gestalten sollte, die Arbeitsplätze für 50-60jährige und junge Leute schafft. Denn ohne Arbeit gibt es keine Sozialabgaben, und ohne Sozialabgaben gibt es keine Rente.
Werbung