G20: Europa, von China und den USA in den Schatten gestellt
[caption id="attachment_7957" align="alignnone" width="500" caption="Foto: Gobierno Federal / CC Lizenz"]
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Die Europäische Union fällt durch das Kräftemessen zwischen dem amerikanischen und chinesischen Koloss während des G20-Treffens in Seoul, bei dem es um Wirtschaft und Währungen ging, in den Hintergrund. Selbst das mächtige Deutschland von Angela Merkel, das "kämpferischste" Mitglied zu Beginn, muss im Hinblick auf die steigende Wichtigkeit von Brasilien und Indien einen Schritt zurück machen: Die südkoreanische Gipfelkonferenz stellt eine weitere Etappe der progressiven Verschiebung des weltweiten Gleichgewichts in Richtung Osten dar, wobei die Vereinigten Staaten unter Atemnot leiden und sich Asien immer mehr als neues Entscheidungszentrum etabliert.
Auch wenn der Präsident der EU, Herman Van Rompuy, und der der EU-Kommission, José Manuel Barroso, erklärt haben, dass sie mit dem Erreichten zufrieden sind, weil Brüssel zum Finden von "gemeinschaftlichen Lösungen" in Sachen Wechselkurse und Wirtschaft beigetragen hat, so hat sich das G2, Washington und Peking, auf den Zusammenstoß der Großen der Welt konzentriert, wobei die sich entwickelnden und die entwickelten Wirtschaften nur einen halben Schritt bezüglich des "Währungskrieges" weitergekommen sind. Jegliche Lösung wurde auf bessere Zeiten verschoben.
Das Arbeitsprogramm des G20 (und des G8) wird ab dem Gipfeltreffen am 3. und 4. November 2011 in Cannes unter den Vorsitz von Nicolas Sarkozys Frankreich gehen. Jenes Gipfeltreffen wird vom Internationalen Währungsfonds von Dominique Strauss-Khan gestützt, der als Sarkozys Hauptgegner bei den Präsidentschaftswahlen 2012 angesehen wird. Im Vergleich zur Mitteilung des G20 über Finanzen von vor zwei Wochen in Gyeongju, auch das in Südkorea, war der IWF das wichtigste Thema des Gipfeltreffens von Seoul: Der Internationale Währungsfonds soll Parameter ausarbeiten und anschliessend die Politik der einzelnen Länder zur Verringerung des wirtschaftlichen Ungleichgewichts, welches als Risikofaktor für ein weltweites Wachstum angesehen wird, bewerten.
"Die Realität einer globalisierten Wirtschaft verlangt von allen intensivere Zusammenarbeit", so Strauss-Kahn als er am Ende des Gipfels mit der Presse sprach. "Die Arbeit ist nicht einfach und in diesem Sinne erinnert mich das G20 an die Konstitution der Europäischen Union. Ich glaube, dass es ein Gipfeltreffen mit Wendepunkt war, mit dem der G20 zu einem permanenten Forum für globale und nicht nur wirtschaftliche Fragen werden kann. Wir werden die Politik der anderen Länder genauer betrachten: Der Fonds wird die Stellung eines Richters haben, aber auf keinen Fall die eines Diktators der Weltwirtschaft".
"Die Washingtoner Institution [der IWF] wird die Lage prüfen, jedoch ohne jegliche Macht, Sanktionen zu verhängen. Der G20 selbst wird der ersten Hälfte von 2011 seine Bewertungen durchführen und in der zweiten Hälfte werden wir versuchen, eine Einigung zu erreichen", so Sarkozy, als er die Hauptrichtlinien seines Vorsitzes vorstellte. "Bezüglich der Reform des internationalen Währungssystems hat der G20-Gipfel zum ersten Mal erklärt, dass er dazu dient, ein neues, stabileres und widerstandsfähigeres System zu definieren, welches - so wurde hinzugefügt - das Vorhandensein von vielen unterschiedlichen Währungen beinhaltet und nicht mehr nur eine Hauptwährung (Dollar, A.d.R.) vorsieht. Der Internationale Währungsfonds wurde aufgefordert, einen Plan zu entwickeln, wobei der französische Vorsitz die Aufgabe hat, das Ziel zu erreichen".
Eine Präsidentschaft des G20 im Namen von "Realismus und Verantwortung", so schloss Sarkozy, indem er daran erinnerte, dass er in seinem voll bestückten Terminkalender Treffen mit dem Präsidenten der Vereinigten Staaten, Barack Obama, dem Südafrikaner Jacob Zuma und bereits im Dezember mit seinem "Rivalen" Strauss-Kahn vorgesehen hat.
Quelle: ANSA
[/caption]Die Europäische Union fällt durch das Kräftemessen zwischen dem amerikanischen und chinesischen Koloss während des G20-Treffens in Seoul, bei dem es um Wirtschaft und Währungen ging, in den Hintergrund. Selbst das mächtige Deutschland von Angela Merkel, das "kämpferischste" Mitglied zu Beginn, muss im Hinblick auf die steigende Wichtigkeit von Brasilien und Indien einen Schritt zurück machen: Die südkoreanische Gipfelkonferenz stellt eine weitere Etappe der progressiven Verschiebung des weltweiten Gleichgewichts in Richtung Osten dar, wobei die Vereinigten Staaten unter Atemnot leiden und sich Asien immer mehr als neues Entscheidungszentrum etabliert.
Auch wenn der Präsident der EU, Herman Van Rompuy, und der der EU-Kommission, José Manuel Barroso, erklärt haben, dass sie mit dem Erreichten zufrieden sind, weil Brüssel zum Finden von "gemeinschaftlichen Lösungen" in Sachen Wechselkurse und Wirtschaft beigetragen hat, so hat sich das G2, Washington und Peking, auf den Zusammenstoß der Großen der Welt konzentriert, wobei die sich entwickelnden und die entwickelten Wirtschaften nur einen halben Schritt bezüglich des "Währungskrieges" weitergekommen sind. Jegliche Lösung wurde auf bessere Zeiten verschoben.
Das Arbeitsprogramm des G20 (und des G8) wird ab dem Gipfeltreffen am 3. und 4. November 2011 in Cannes unter den Vorsitz von Nicolas Sarkozys Frankreich gehen. Jenes Gipfeltreffen wird vom Internationalen Währungsfonds von Dominique Strauss-Khan gestützt, der als Sarkozys Hauptgegner bei den Präsidentschaftswahlen 2012 angesehen wird. Im Vergleich zur Mitteilung des G20 über Finanzen von vor zwei Wochen in Gyeongju, auch das in Südkorea, war der IWF das wichtigste Thema des Gipfeltreffens von Seoul: Der Internationale Währungsfonds soll Parameter ausarbeiten und anschliessend die Politik der einzelnen Länder zur Verringerung des wirtschaftlichen Ungleichgewichts, welches als Risikofaktor für ein weltweites Wachstum angesehen wird, bewerten.
"Die Realität einer globalisierten Wirtschaft verlangt von allen intensivere Zusammenarbeit", so Strauss-Kahn als er am Ende des Gipfels mit der Presse sprach. "Die Arbeit ist nicht einfach und in diesem Sinne erinnert mich das G20 an die Konstitution der Europäischen Union. Ich glaube, dass es ein Gipfeltreffen mit Wendepunkt war, mit dem der G20 zu einem permanenten Forum für globale und nicht nur wirtschaftliche Fragen werden kann. Wir werden die Politik der anderen Länder genauer betrachten: Der Fonds wird die Stellung eines Richters haben, aber auf keinen Fall die eines Diktators der Weltwirtschaft".
"Die Washingtoner Institution [der IWF] wird die Lage prüfen, jedoch ohne jegliche Macht, Sanktionen zu verhängen. Der G20 selbst wird der ersten Hälfte von 2011 seine Bewertungen durchführen und in der zweiten Hälfte werden wir versuchen, eine Einigung zu erreichen", so Sarkozy, als er die Hauptrichtlinien seines Vorsitzes vorstellte. "Bezüglich der Reform des internationalen Währungssystems hat der G20-Gipfel zum ersten Mal erklärt, dass er dazu dient, ein neues, stabileres und widerstandsfähigeres System zu definieren, welches - so wurde hinzugefügt - das Vorhandensein von vielen unterschiedlichen Währungen beinhaltet und nicht mehr nur eine Hauptwährung (Dollar, A.d.R.) vorsieht. Der Internationale Währungsfonds wurde aufgefordert, einen Plan zu entwickeln, wobei der französische Vorsitz die Aufgabe hat, das Ziel zu erreichen".
Eine Präsidentschaft des G20 im Namen von "Realismus und Verantwortung", so schloss Sarkozy, indem er daran erinnerte, dass er in seinem voll bestückten Terminkalender Treffen mit dem Präsidenten der Vereinigten Staaten, Barack Obama, dem Südafrikaner Jacob Zuma und bereits im Dezember mit seinem "Rivalen" Strauss-Kahn vorgesehen hat.
Quelle: ANSA
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