Mikroversicherung per SMS für kenianische Bauern
Kleinbauern in Entwicklungsländern müssen häufig mit einem sehr knappen Budget auskommen. Mit nur wenig finanziellem Rückhalt ist es sehr schwierig und riskant, für Anfangskosten für besseres Saatgut oder Düngemittel aufzukommen. Fällt die Ernte schlecht aus, gibt es keine Möglichkeit, diese Kosten zu decken und es bleibt nicht genug Geld übrig, Saatgut für die nächste Saison zu kaufen. In der westlichen Welt schützen Versicherungen die Bauern vor solchen Verlusten und ermöglichen ihnen, ihre Arbeit weiterzuführen. Nun erreichen diese Strukturen auch Afrika. Allerdings wurden zuerst einige faszinierende Umgestaltungen vorgenommen, um das Geschäftsmodell an niedere Einkommen und kleine Betriebe anzupassen. Kilimo Salama ist eine Mikroversicherungsgesellschaft in Kenia. "Safe harvest" ("sichere Ernte") ermöglicht den Bauern, eine Extrazahlung von 5% zu leisten, wenn sie Saatgut kaufen. Als Gegenleistung bekommen sie eine Entschädigung, wenn die Ernte von Unwettern zerstört wird. Das Neue an Kilimo Salama ist, dass alles fast automatisch abläuft, um Verwaltungskosten gering und die Abdeckung erschwinglich zu halten. Seit in Afrika Mobiltelefone einen Boom erlebten, wird ein Großteil der Verwaltung in kleinen ländlichen Geschäften, bei denen sich die Bauern versorgen, mit Mobiltelefonen abgewickelt. Kunden werden per SMS registriert und erhalten ihre Versicherungsnummer sowie Mitteilungen über getätigte Auszahlungen ebenfalls als Textnachricht. Kilimo Salama hat ein Netzwerk von mit Solarenergie betriebenen Wetterstationen gebildet. Wenn ein extremer Wetterumschwung aufgezeichnet wird, der wahrscheinlich die Ernte beschädigt hat, wie z.B. Stürme oder Trockenperioden, entschädigt das Unternehmen automatisch die Bauern. Das ist alles ziemlich sinnvoll und noch so günstig, dass auch arme Bauern es nutzen können. Interessanterweise handelt es sich um eine Joint Venture zwischen dem Mobiltelefonunternehmen Safaricom, dem kenianischen Versicherungsunternehmen UAP und Syngenta, einem Agrarwirtschaftsriesen. Letzterer möchte mehr Saatgut und Düngemittel in Kenia verkaufen, hat allerdings erkannt, dass eine Umstrukturierung der Geschäftsabwicklung von Nöten ist, um auf diesem Kleinbauernmarkt Fuß zu fassen. Ich bin kein Fan von Agribusiness, aber jedes Unternehmen, das im Namen der Ärmsten innoviert, ist es wert, gefeiert zu werden. Mehr über Kilimo Salama finden Sie hier im online Presseraum.Übersetzt von Teresa Walter
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