Fairer Handel, fair oder nicht?
[caption id="attachment_7628" align="alignright" width="346" caption="Fair Trade zertifizierte Quinoa Produzenten in Ecuador | Foto: Dider Gentilhomme | Wikipedia"]
[/caption] Das Institute of Economic Affairs (IEA) hat die Fair Trade Bewegung angegriffen. Die marktliberale Denkfabrik tut fairen Handel als "Ablenkung" ab und behauptet, dass Starbucks wahrscheinlich den armen Kaffeebauern mehr Gutes tut. Philip Booth, Editorial- und Programmdirektor bei der IEA sagt:
Anmerkung der Editoren: Hier der Artikel vom Guardian zum Thema.
[/caption] Das Institute of Economic Affairs (IEA) hat die Fair Trade Bewegung angegriffen. Die marktliberale Denkfabrik tut fairen Handel als "Ablenkung" ab und behauptet, dass Starbucks wahrscheinlich den armen Kaffeebauern mehr Gutes tut. Philip Booth, Editorial- und Programmdirektor bei der IEA sagt: Man kann den Fair Trade-Befürwortern vorwerfen, den Einfluss ihrer Bewegung übertrieben zu haben. Fair Trade Produkte verdrängen andere Soziallabel-Produkte vom Markt und zwingen Unternehmen, wegen der Zertifizierung viel Aufwand zu treiben. Auf lange Sicht braucht man viel radikalere, von innen angestossene Reformen, um denen zu helfen, die es in den ärmsten Ländern schwer haben. Fairer Handel ist eine Nische im Handelssystem und sollte nicht soviel Aufmerksamkeit bekommen. Um Gemeinschaften aus der Armut zu heben braucht man freien Handel, der für Entwicklung und Wachstum sorgt.Es ist nicht das erste Mal, dass das IEA Fair Trade kritisiert, dies ist jedoch der umfangreichste und härteste Angriff. Der IEA Bericht, der vergangene Woche raus kam, argumentiert, dass Fair Trade keine Strategie für Langzeitentwicklung ist und dass die Behauptungen der Fair Trade Bewegung "ernsthaft übertrieben" sind. Das Ganze ist für jene, die die Bewegung unterstützen, ziemlich besorgniserregend, daher müssen diese Aussagen mit Sorgfalt geprüft werden. Die wichtigsten Kritikpunkte sind folgende: 1. Fair Trade nutzt den ärmsten Ländern nicht, zertifizierte Produzenten befinden sich nicht in den ärmsten Ländern sondern in jenen mit "mittlerem Einkommen" wie Südafrika, Mexiko und Kolumbien; 2. Die ärmsten Produzenten werden wegen der hohen Verwaltungskosten vom fairen Handel ausgeschlossen, 3. Es ist anzunehmen, dass Produzenten nur einen kleinen Teil des Zuschlags bekommen, den Konsumenten für diese Produkte zahlen Die Fairtrade Foundation hat auf diese Kritik geantwortet. Sie hat mitgeteilt, dass die Verwaltungskosten falsch angegeben wurden und hervorgehoben, dass es eine ganze Reihe an gemeinschaftlichen Programmen und Zuschüssen gibt, die in Anspruch genommen werden können. Die Stiftung behauptet, dass 100% des Fairtrade Aufpreises an die Produzenten gehen und dass dies durch Kontrollen gewährleistet wird. Sie erklärt ebenfalls, dass sie auch in den ärmsten Ländern arbeitet, obwohl sie hierzu keine Statistiken vorlegt. Der Hauptkritikpunkt der IEA ist, dass Fair Trade keine Strategie für Langzeitentwicklung ist. Dem würde der Mäuserich [der Blogger, Anm.d.E.] zustimmen. Es ist auch kein perfektes System. Aber wenn dies alles ist was wir tun können, findet der Mäuserich, dass wir Fair Trade wann immer möglich wählen sollten. Natürlich ist Fair Trade keine umfangreiche Entwicklungsstrategie für die ärmsten Länder und Kontinente. Der Mäuserich hat das Ganze immer als Pflaster über einer klaffenden Wunde angesehen. Fair Trade wird gebraucht, weil der Handel sonst nicht fair ist. Die Regeln des globalen Handels sind einfach nicht fair. Das IEA, eine marktliberale Organisation, gehört wahrscheinlich zu denen, die einheimische Subventionssysteme verurteilen, weil diese den freien Handel verzerren und oft unfaire globale Handelsbräuche zur Folge haben. Die weltweiten Handelssysteme müssen umgekrempelt werden und die Fair Trade Bewegung ist in diesen Hinsicht sehr aktiv. Aber das ist natürlich noch nicht alles. Die Zwillingsplagen, Krieg und Korruption, müssen abgeschafft werden. Das ist in vielen Ländern eine gewaltige Aufgabe, für die man Jahrzehnte brauchen wird. In der Zwischenzeit wird der Mäuserich immer noch ein paar extra Pence für seinen Kaffee ausgeben und diese somit einigen der ärmsten Völker auf diesem Planeten zukommen lassen. Auch wenn es nicht die absolut Ärmsten sind, auch wenn Verwaltungskosten dafür anfallen müssen.
Anmerkung der Editoren: Hier der Artikel vom Guardian zum Thema.
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