Ein Rückblick: Die Nacht, in der 7 Millionen Kinder verschwanden

Veröffentlicht auf von Katharina Heidrich



[caption id="attachment_800" align="alignright" width="300" caption="Foto: Alan Cleaver / Creatvie Commons Lizenz"][/caption]

Ich spreche weder von einer Massenentführung, noch von einem Flötenspieler von Hameln, noch von einem Angriff Ausserirdischer… sondern von einem administrativen oder wirtschaftlichen “Verschwinden”.

In den USA ist der 15. April der letzte Tag, um die Steuererklärung abzugeben. Um den staatlichen Freibetrag für Kinder zu erhalten (2008 belief sich dieser Betrag auf 3 500 $) durfte das Einkommen eine festgelegte Summe nicht überschreiten und der Name der Kinder musste in der Steuererklärung angegeben werden.

Im Jahre 1987 änderte die amerikanische Steuerbehörde IRS (Internal Revenue Service) die Spielregeln und hiermit die Voraussetzungen für den Anspruch auf den Freibetrag für Kinder:

Man musste nun zusätzlich zum Namen des Kindes ebenfalls dessen Sozialversicherungsnummer angeben.

Man muss daran denken, dass sich die amerikanische Sozialversicherungsnummer sehr von der unseren unterscheidet. Diese Nummer wird jedem Einzelnen bei der Geburt zugeteilt und besteht aus neun Ziffern: Die ersten drei geben den Geburtsort an, die folgenden zwei geben die genauere Örtlichkeit innerhalb des Geburtsortes an und die letzten vier Ziffern sind eine Seriennummer (zwischen 0001 und 9999).

Diese Änderung führte dazu, dass in der Nacht vom 14. auf den 15. April 1987 sieben Millionen Kinder aus den Steuererklärungen “verschwanden”. Daran sieht man, dass der Steuerbetrug eine Praxis ist, die sich auf alle Gebiete erstreckt.
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Veröffentlicht in Gesellschaft

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