Wer traut sich zu sagen, dass die Weltmeisterschaft langweilig war?
[caption id="attachment_1218" align="alignright" width="259" caption="Titelblatt der spanischen Zeitung El País"]
[/caption]Ich denke, dass diese Weltmeisterschaft mit ihrem wenig ansprechenden Fußball und den vielen Gähnmomenten schnell abgehakt werden kann, ohne dass ihr jemand eine Träne nachweint.
Ein langweiliges Finale hat noch einmal klar den Zustand des Weltfußballs illustriert, der einem Tier mit einem übergroßen Magen und zu kurzen Beinen ähnelt.
Was ist die Moral von der Geschichte? Es gewinnen die wenigen Mannschaften, die auf junge Spieler setzen, was am Ende niemanden überraschen kann. Nur unser italienischer Nationaltrainer Lippi hat sich angemaßt, wenn schon nicht zu gewinnen, so doch mit einer Mannschaft in fortgeschrittenem Zerfallszustand aufzulaufen.
Ich kann mich irren, doch scheint es mir, dass der Fußball dieses Planeten an einer Überdosis Technik und Strategie erstickt: Es ist insgesamt weniger Sport zu sehen, und - schlimmer noch - dieser wird immer weniger auf dem Spielfeld ausgetragen. Die Schemata überwiegen, die innovativen Momente werden immer seltener. Die Vermehrung der Kameras gibt uns Auskunft über jeden Quadratzentimeter Rasen, kann aber der Veranstaltung keine Fantasie einhauchen, obwohl es daran dringend mangelt.
Sogar beim Holland-Spanien-Spiel, also im Finale der Weltmeisterschaft (das wichtigste Spiel der letzten vier Jahre) musste man vor dem Black-Out der Unterhaltung kapitulieren, abgesehen von ein paar Zuckungen vor dem Tor und einigen holländischen Tritten auf des Gegners Brust.
Und als Spanien am Ende das entscheidende Tor schoß, hat sich die große Mehrheit der Welt gefreut. Weil es endlich vorbei war.
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