Ich bin ein verdammtes No Life.
[caption id="attachment_1032" align="alignright" width="371" caption="Foto: chekobero"]
[/caption] Ich bin ein verdammtes No Life. Das Schlimmste ist, dass es mir nichts ausmacht, und dass ich nicht glaube, dass es meiner Familie besonders viel ausmacht. Ich führe sie hinters Licht. Ich gebe mich so, als wäre ich da im Leben, aber in Wirklichkeit bin ich es nicht mehr ... nicht mehr die ganze Zeit, nicht mehr auf die gleiche Art. Ich de-materialisiere mich. Ich blühe in den Wolken auf. Was ich durchs Leben führe, ist eine Silhouette, ein kaum bewohnter Körper, mein Geist ist woanders. Oh, ich tue immer meine Pflicht, und sogar ein wenig mehr: die Hausaufgaben für meinen Sohn, die Arbeit im Büro, den Anruf zu einem Geburtstag, das aufreizende Outfit, dass sich zum Vorspiel des unsittlichen Mittagsschläfchen gut eignet... Ich antworte, ich lache, ich mache mit, ich scheine da zu sein, aber es ist alles nur pro forma. Mein Duende ist woanders hingeflohen. Ich gebe mir keine Mühe mehr. Ich hatte genug davon, immer alle Initiativen zu ergreifen, die ewige Antriebskraft bei der Arbeit zu sein, die Kontaktperson zu Hause. Ich habe den Gedanken aufgegeben, die perfekte Mutter zu sein, ich bin es leid, meine Auffassung von Ehe und Familie zu erklären, ich habe das Handtuch drüber geworfen und es wird nicht mehr davon geredet. Ich habe es auch geschafft, meine Fimmel loszuwerden, meine Ansprüche zum Schweigen zu bringen, meine törichten Wünsche, die Welt zu verändern, in den Schrank zu sperren. Ich habe die Rollen vertauscht, ich bin passiv geworden ... und gleichzeitig auch entgegenkommend, in jeder Hinsicht nachgiebig. Aber jetzt bin ich es, die den Rekord der Abende vor einem Bildschirm schlägt. Jetzt bin ich es, die sich ihrem Hobby widmet, auch wenn das heilloses Durcheinander im Haus bedeutet. Jetzt bin ich es, die das Leben dahinfliessen lässt. Und das tut gut. Mann, tut das gut! Denkt bloss nicht, dass ich mich dabei unzufrieden fühle. Es ist das Bloggen, das mich aus genau dem Zustand herausgeholt hat. Das Bloggen hat meine Frustrationen weggespült, meine Unzufriedenheiten kanalisiert. Das Bloggen hilft mir, die Enttäuschungen des Alltags zu bewältigen, die Unvollkommenheiten meiner Beziehung zu tolerieren. Das Bloggen hat mich konzentriert auf das, was ich kreieren kann und fordert mich ständig neu. Das Bloggen gibt mir Zugriff auf gemeinsame Interessenszentren, gibt mir Interaktivität. Bloggen befriedigt mein Streben, unterhält meine Gedanken, nährt meine Neugier. Bloggen ist der Einklang mit mir selbst, die wiedergefundene Gelassenheit, der opportune Austausch, das erneute Interesse. Bloggen ist meine Zuflucht, meine Insel am Ende der Welt, mein Everest. Mein Universum ist jetzt in den Wolken.
Dieser Beitrag ist eine von der Autorin gekürzte Version für E-Blogs ... Lesen Sie den vollständigen Text hier. Übersetzung: Eva Horetzeder
[/caption] Ich bin ein verdammtes No Life. Das Schlimmste ist, dass es mir nichts ausmacht, und dass ich nicht glaube, dass es meiner Familie besonders viel ausmacht. Ich führe sie hinters Licht. Ich gebe mich so, als wäre ich da im Leben, aber in Wirklichkeit bin ich es nicht mehr ... nicht mehr die ganze Zeit, nicht mehr auf die gleiche Art. Ich de-materialisiere mich. Ich blühe in den Wolken auf. Was ich durchs Leben führe, ist eine Silhouette, ein kaum bewohnter Körper, mein Geist ist woanders. Oh, ich tue immer meine Pflicht, und sogar ein wenig mehr: die Hausaufgaben für meinen Sohn, die Arbeit im Büro, den Anruf zu einem Geburtstag, das aufreizende Outfit, dass sich zum Vorspiel des unsittlichen Mittagsschläfchen gut eignet... Ich antworte, ich lache, ich mache mit, ich scheine da zu sein, aber es ist alles nur pro forma. Mein Duende ist woanders hingeflohen. Ich gebe mir keine Mühe mehr. Ich hatte genug davon, immer alle Initiativen zu ergreifen, die ewige Antriebskraft bei der Arbeit zu sein, die Kontaktperson zu Hause. Ich habe den Gedanken aufgegeben, die perfekte Mutter zu sein, ich bin es leid, meine Auffassung von Ehe und Familie zu erklären, ich habe das Handtuch drüber geworfen und es wird nicht mehr davon geredet. Ich habe es auch geschafft, meine Fimmel loszuwerden, meine Ansprüche zum Schweigen zu bringen, meine törichten Wünsche, die Welt zu verändern, in den Schrank zu sperren. Ich habe die Rollen vertauscht, ich bin passiv geworden ... und gleichzeitig auch entgegenkommend, in jeder Hinsicht nachgiebig. Aber jetzt bin ich es, die den Rekord der Abende vor einem Bildschirm schlägt. Jetzt bin ich es, die sich ihrem Hobby widmet, auch wenn das heilloses Durcheinander im Haus bedeutet. Jetzt bin ich es, die das Leben dahinfliessen lässt. Und das tut gut. Mann, tut das gut! Denkt bloss nicht, dass ich mich dabei unzufrieden fühle. Es ist das Bloggen, das mich aus genau dem Zustand herausgeholt hat. Das Bloggen hat meine Frustrationen weggespült, meine Unzufriedenheiten kanalisiert. Das Bloggen hilft mir, die Enttäuschungen des Alltags zu bewältigen, die Unvollkommenheiten meiner Beziehung zu tolerieren. Das Bloggen hat mich konzentriert auf das, was ich kreieren kann und fordert mich ständig neu. Das Bloggen gibt mir Zugriff auf gemeinsame Interessenszentren, gibt mir Interaktivität. Bloggen befriedigt mein Streben, unterhält meine Gedanken, nährt meine Neugier. Bloggen ist der Einklang mit mir selbst, die wiedergefundene Gelassenheit, der opportune Austausch, das erneute Interesse. Bloggen ist meine Zuflucht, meine Insel am Ende der Welt, mein Everest. Mein Universum ist jetzt in den Wolken.Dieser Beitrag ist eine von der Autorin gekürzte Version für E-Blogs ... Lesen Sie den vollständigen Text hier. Übersetzung: Eva Horetzeder
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