ESPERANTO ME ! Reisen heißt vor allem anderen Leuten zu begegnen

Veröffentlicht auf von Ingmar Link



[caption id="attachment_879" align="alignleft" width="300" caption="Agnès Maillard, Le monolecte ist der zweite Platz von rechts"]
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Ich werde mir keine Grenzen setzten und noch weniger diese einhalten. Ich kann die Zeit nicht eingrenzen, einen Anfang oder ein Ende setzen. Wann fängt eine Reise an? Wenn man träumt, wenn man seinen Koffer packt, wenn man die Tür hinter sich schließt, wenn man heimkommt, wenn man den Flughafen betritt? Außer die Reise ist nicht wie der ganze Rest, das Glück, die Liebe, die Freundschaft, das Leben: eine gewisse Einstellung ist vor allem wichtig.

Ich weiß also nicht wann alles angefangen hat, irgendwann halt habe ich mich ein bißchen verloren gefühlt, was ich eigentlich mag: alleine, etwas verpeilt, auf unbekanntem Terrain wo alles darauf hindeutet, dass ich eine Fremde bin, eine Touristin, die sich hier reingemogelt hat, die Reisende. Ich liebe es zu reisen und kann es dennoch so selten tun, daher reise ich immer so lange ich kann, auch innerlich und still.

Ich habe also eine Reise nach Deutschland gewonnen. Eigentlich seid ihr alle ein bißchen daran Schuld, ihr Leser, die uns so treu folgen, auch wenn ich nicht vor meinem Bildschirm sitze, ihr lest, kritisiert und mögt meine kleinen Stories. Diese kleinen Stories wurden von der Deutschen Welle ausgezeichnet, als der beste französischsprachige Blog 2010. Das bedeutet mir nicht wirklich viel, außer dass ich nun die fabelhafte Gelegenheit bekommen nach Bonn zu fahren, um sehen wie ein Bob aussieht.

Mein deutscher Wortschatz besteht aus ungefähr 30 Wörtern und das sollte reichen, um zu überleben. Ich denke hier fängt die Reise wirklich an: wenn die anderen zu verstehen ein ewiges Mühsal wird und nicht immer von Erfolg gekrönt wird.

El Babel Platz

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Zweihundert Nationalitäten kommen im ehemaligen westdeutschen Parlament zusammen, das in ein Zentrum für internationale Konferenzen umgewandelt wurde. Ein diffuser und konstanter Maelstrom an Lauten und Tönen die etwas bekannt klingen oder komplett fremd. Die Unterschiede liegen gar nicht so sehr in der Bekleidung, man trägt Worldware, diese sind eher in den linguistischen Wirrwarr zu finden, in dem ein Art Englisch den Mainstream gibt.

Dieses Jahr hat die Deutsche Welle die Francophonie vernachlässigt. Ich bin die einzige die diese Sprache beherrscht und versteht, ich besitze also einen... Monolekt, im wahrsten Sinne des Wortes!

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Ab und zu schnappe ich ein Wort auf oder mehrere, in den Sätzen von Daniele. Mein Rettungsanker ist Carlos, immer nett lächelnd, Journalist bei einer brasilianischen Sender der Deutschen Welle, er wechselt zwischen Deutsch, Englisch und Brasilianisch hin und her und ... auch Französisch. Das fehlende Verbindungsteil zwischen meiner kleinen Persion und den anderen ist er unser Google Translator auf zwei Beinen, unser Guide, unser Kompass. Sie synaptischen Verbindungen werden immer schneller hergestellt. Ich schaffe es eine Stunden englische Konversation zu machen, zu einfachen Themen wie internationale Politik, Erderwärmung, Fußball, Sterben von Biene, Korruption im Westen, zur Françafrique, Pressefreiheit, passiven Öko-Städten in Deutschland.

Jetzt sitze ich beim Essen mit einer deutschen Beamtin die für das Amt zur Bekämpfung der Erderwärmung arbeitet. Sie spricht ein leicht stockendes und sehr schnelles Englisch, wie viele ihrer Landesgenossen. Wenn ich ihr antworte komme ich mir wie ein Vollidiot vor …/…. Ich habe ja auch einen Preis für mein Französisch bekommen und nicht für mein Englisch das mich etwas im Stich lässt.

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  • Mein Nachbar macht sich keinen Kopf um die Welt und all das. Alles was ihn interessiert ist Geld, soviel Geld wir nur möglich, um so viel wie möglich damit kaufen zu können. Er ist das nicht der Einzige. Auf dieser Welt denken viele Leute wie er: mehr Geld für ein besseres Leben.

  • Ja, aber das Geld wird ihnen kein besseres Leben bringen.

  • Das sagt sich einfach, von hier aus gesehen. Hier haben die Leute alles was sie brauchen: Buffets die immer geöffnet sind, Fahrkarten, Hotels, Ablenkungen...Aber wenn einem immer das Geld fehlt um die Basisbedürfnisse zu befriedigen, wie wohnen, essen, ist die einzige Sorge mehr Geld zu verdienen.

  • Und genau hier kommt die Politik ins Spiel. Die Politik muss entscheiden welche Art von Tätigkeiten belohnt werden und welche unterstützt werden.


…/…. Irgendwann mal waren wir so in unsere Diskussion vertieft, mit Ideen, Argumenten, Denkansätzen, Standpunkten, Visionen, dass irgendwann, dass ich dies alles auf Englisch tat. Vielleicht was es schlecht, vielleicht auch banal und primitiv, aber die Ideen kamen rüber, über die Worte und Sprachbarriere hinaus. Ich habe eine Grenze überschritten. Ich habe den Globalekt begonnen.



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Ich liebe es zu reisen, die Begegnungen, die neuen Orte, an denen man sich neu orientieren muss und ich liebe diese umsomehr, da ich weiß dass ich am Ende wieder zum Hafen zurückkehre, in dem Moment wo man seine Koffer fallen lässt mit einem langen Seufzer, da man endlich wieder zu Hause ist.
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Veröffentlicht in Frankreich

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