Halal-Fleisch: ein unkontrollierter Markt in Frankreich

Veröffentlicht auf von Ingmar Link

Wir haben es bereits im Februar geschrieben, Jacques-Edouard Charret, Vorsitzender von Quick, hat lediglich die erfolgreiche Strategie seiner ehemaligen Firma, der Casino Gruppe, umgesetzt, die 2008 in den Halal-Markt investiert hatte. Quick hat keine Zweifel am Erfolg dieser Operation. Jacques-Edouard Charret wusste, dass die Umstellung auf Halal-Fleisch ein Erfolg sein würde. Was er jedoch nicht wusste, ist, wie groß dieser Erfolg sein würde und wie schnell er sich einstellen würde.

Zeit gewinnen und kommunizieren

Nach dem Übergang zum Halal in acht Restaurants Ende 2009 war der Erfolg dermaßen groß, dass die Idee schnell aufkam, die ganze Operation weiterzuführen und sogar weitere Restaurants dieser Art im März-April 2010 zu eröffnen. Wegen eines uns unbekannten Grundes (die Polemik vor den Regionalwahlen ?), hat Quick den Start verschoben. Von nun an gab es einen klaren Standpunkt:  : Quick "testet bloß", die Entscheidung, weiterzumachen oder nicht sei "noch nicht getroffen". Kommunikation für Anfänger. Quick hat immer schon gewusst, dass dieser Markt gewinnbringend ist, nur: Auf derart offensichtlich Art muslimische Produkte zu verkaufen, geht laut manchen in Richtung Parallelgesellschaft...

Zertifizierung, aber keine Kontrolle...

Zertifizieren bedeutet, dass dieses oder jenes Produkt als Halal betrachtet wird. Kontrollieren heißt, dass Kontrolleure in das Unternehmen geschickt werden, um die Einhaltung der Regeln beim rituellen Schlachten zu überwachen. Konkret heißt das, dass ein gewisse Anzahl an Organisationen in Frankreich im Bereich der Halal-Zertifizierung  aktiv sind und die Produkte von einem Dutzend Firmen zertifizieren, jedoch nicht kontrollieren. So werden Fleury Michon, Nestlé (Maggi, Herta, usw.) und weitere Marken Halal-zertifiziert, aber noch nicht von unabhängigen Kontrolleuren geprüft.  Genauso ist es bei Quick, das unter anderem von den Fleischereien Volys Star und Socopa beliefert wird. Die erste Firma ist von der Pariser Moschee zertifiziert, die zweite von der Moschee in der Pariser Vorstadt Evry. Diese beiden Firmen liefern den Quick Restaurants Fleisch, das Halal sein soll (Steak und Pute). Doch niemand von außen kontrolliert diese beiden Firmen. Die Konsumenten müssen also den Herstellern vertrauen und den Beteuerungen Glauben schenken oder eben den Stickern, die von den Firmen aufgeklebt werden. Quick darf sich ruhig der Qualität seiner Produkte brüsten, da seine Halal-Produkte nachweisbar den Hygienevorschriften entsprechen. Doch was die Halal-Beschriftung angeht, sollte die Marke etwas bescheidener sein. Was die Muslime angeht, die sich in dieses Restaurants vollstopfen, so sollten sie etwas vorsichtiger sein... All diese Lebensmittel werden nicht kontrolliert.
Werbung

Veröffentlicht in Frankreich

Um über die neuesten Artikel informiert zu werden, abonnieren:
Kommentiere diesen Post