Lasst uns die amerikanischen Touristen besteuern!
[caption id="attachment_10569" align="alignleft" width="300" caption="Foto aus dem amerikanischen Film "Ein Herz und eine Krone" (1953)"]
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Die Europäische Union sucht verzweifelt nach Mitteln, ihr dürftiges Budget aufzustocken? Hier ist eine Lösung, die ein paar Dutzende Millionen Euro pro Jahr einbringen dürfte: das Besteuern von Millionen amerikanischer Touristen, die nach Europa reisen.
Unfair? Eben nicht: denn seit dem 8. September verlangen die USA von allen Europäern, die sonst kein Tourismusvisum brauchen, die Zahlung einer Steuer in Höhe von 14 Dollar pro Person. Das Prinzip der Gegenseitigkeit verlangt doch sicherlich, dass man ihnen Gleiches tut, oder?
Die Europäer, aber auch die Bewohner anderer Länder, die keine Visum brauchen (wie Südkorea, Japan oder Neuseeland) müssen seit einem Jahr über Internet vor der Abreise das Formular namens ESTA (Electronic system for travel authorization) ausfüllen, das sehr stark an die alten Visum-Forderungen erinnert. Und wenn keine positive Antwort kommt (normalerweise ein paar Minuten nach dem Versenden), wird es unmöglich, sich in die Staate zu begeben. Die amerikanischen Behörden behaupten, dass es sich lediglich um das alte Papierformular handelt, das man in den Flugzeugen ausfüllte, auch wenn man kein Visum benötigte. Die Europäer hatten jedoch immer so ihre Zweifel an diesem Formular.
Insbesondere da Washington am vergangenen 8. August nochmal eins draufgelegt hat. Alle Bewohner der 31 Länder ohne Visumpflicht müssen fortan eine Steuer von 4 Dollar zahlen, um die Funktionskosten des ESTA Systems zu decken. Dazu kommen 10 Dollar um… den Tourismus in den USA zu fördern — so etwas erfindet man nicht! Man kann darauf wetten, dass die Inflation ins Unermessliche steigen wird und dass in ein paar Jahren die Steuer den Preis eines "richtigen" amerikanischen Visums erreichen wird, ungefähr 150 Dollar.
Die EU-Kommissarin für Innenpolitik, die Schwedin Cécilia Malmström , hat dies richtig erkannt und das Ganze mit Unmut wahrgenommen. Die Kommission wartet ab, dass eine Studie zum ESTA Dokument abgeschlossen wird, bevor sie mögliche Gegenmaßnahmen trifft. Man kann nicht anders als das versteuerte ESTA Formular als Äquivalent eines Visums zu sehen, wie manche es bereits in der europäischen Exekutive tun.
Die Europäische Kommission wird also voraussichtlich die Einführung eines europäischen ESTA Anfang 2011 beschließen (eine Entscheidung, die von einer Mehrheit der Mitgliedsländer und vom europäischen Parlament gebilligt werden muss). Es wird zwar nicht viel nutzen, wird aber den Amerikanern zeigen, dass ein Abkommen zwischen zwei Parteien eingehalten werden muss. Und da Gegenseitigkeit insgesamt gegeben sein muss, muss dieses Dokument naturgemäß auch kostenpflichtig sein.
Und wie rechtfertigen wir diese Entscheidung? Zum Beispiel durch die Reparation von Schäden, die von den amerikanischen Finanzmärkten ausgelöst wurden… Es wird auf jeden Fall notwendig sein, dass die Summen direkt in das europäische Budget einfließen, damit die EU eine eigene zusätzliche Einkommensquelle bekommt. Man kann nur hoffen, dass die Europäer nicht kneifen.
[/caption]Die Europäische Union sucht verzweifelt nach Mitteln, ihr dürftiges Budget aufzustocken? Hier ist eine Lösung, die ein paar Dutzende Millionen Euro pro Jahr einbringen dürfte: das Besteuern von Millionen amerikanischer Touristen, die nach Europa reisen.
Unfair? Eben nicht: denn seit dem 8. September verlangen die USA von allen Europäern, die sonst kein Tourismusvisum brauchen, die Zahlung einer Steuer in Höhe von 14 Dollar pro Person. Das Prinzip der Gegenseitigkeit verlangt doch sicherlich, dass man ihnen Gleiches tut, oder?
Die Europäer, aber auch die Bewohner anderer Länder, die keine Visum brauchen (wie Südkorea, Japan oder Neuseeland) müssen seit einem Jahr über Internet vor der Abreise das Formular namens ESTA (Electronic system for travel authorization) ausfüllen, das sehr stark an die alten Visum-Forderungen erinnert. Und wenn keine positive Antwort kommt (normalerweise ein paar Minuten nach dem Versenden), wird es unmöglich, sich in die Staate zu begeben. Die amerikanischen Behörden behaupten, dass es sich lediglich um das alte Papierformular handelt, das man in den Flugzeugen ausfüllte, auch wenn man kein Visum benötigte. Die Europäer hatten jedoch immer so ihre Zweifel an diesem Formular.
Insbesondere da Washington am vergangenen 8. August nochmal eins draufgelegt hat. Alle Bewohner der 31 Länder ohne Visumpflicht müssen fortan eine Steuer von 4 Dollar zahlen, um die Funktionskosten des ESTA Systems zu decken. Dazu kommen 10 Dollar um… den Tourismus in den USA zu fördern — so etwas erfindet man nicht! Man kann darauf wetten, dass die Inflation ins Unermessliche steigen wird und dass in ein paar Jahren die Steuer den Preis eines "richtigen" amerikanischen Visums erreichen wird, ungefähr 150 Dollar.
Die EU-Kommissarin für Innenpolitik, die Schwedin Cécilia Malmström , hat dies richtig erkannt und das Ganze mit Unmut wahrgenommen. Die Kommission wartet ab, dass eine Studie zum ESTA Dokument abgeschlossen wird, bevor sie mögliche Gegenmaßnahmen trifft. Man kann nicht anders als das versteuerte ESTA Formular als Äquivalent eines Visums zu sehen, wie manche es bereits in der europäischen Exekutive tun.
Die Europäische Kommission wird also voraussichtlich die Einführung eines europäischen ESTA Anfang 2011 beschließen (eine Entscheidung, die von einer Mehrheit der Mitgliedsländer und vom europäischen Parlament gebilligt werden muss). Es wird zwar nicht viel nutzen, wird aber den Amerikanern zeigen, dass ein Abkommen zwischen zwei Parteien eingehalten werden muss. Und da Gegenseitigkeit insgesamt gegeben sein muss, muss dieses Dokument naturgemäß auch kostenpflichtig sein.
Und wie rechtfertigen wir diese Entscheidung? Zum Beispiel durch die Reparation von Schäden, die von den amerikanischen Finanzmärkten ausgelöst wurden… Es wird auf jeden Fall notwendig sein, dass die Summen direkt in das europäische Budget einfließen, damit die EU eine eigene zusätzliche Einkommensquelle bekommt. Man kann nur hoffen, dass die Europäer nicht kneifen.
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