50 oder 30? Die Generation Trans-Age kommt

Veröffentlicht auf von Sabine Cretella

Ein falscher Jugendlicher, ewiger Junge, spät Heranwachsender: So fällt das Identikit des 50-jährigen von heute aus, der dank Ausbildung, Fitnesscenter, gesunder Ernährung und technologischer Innovation bis zur Pension praktisch eine verlängerte Jugend lebt. Aber wir reden nicht nur über Männer, auch Frauen mit demselben Lebensstil gehören zu dieser Gruppe.

Früher sagte man, "jugendlich" sei die Quintessenz des "ich möchte, aber kann nicht" und, bezogen auf das Datum, das im Perso stand: "ich sehe jung aus, bin es aber nicht." Die Substanz ist dieselbe aber heute würde niemand mehr "jugendlich" sagen: Wer weiß, ob Lourdes, die dreizehnjährige Tochter von Madonna, ihre Mutter so definieren würde, die ja ein eklatantes Beispiel einer sehr jungen (und sehr gelifteten) Fünfzigjährigen ist.

Die Mode hilft: Die von den heranwachsenden Töchtern geliebten Leggings nützen den 50-jährigen von heute und werden auch von den Müttern getragen. Die Leggings der 80er Jahre haben für die betreffenden Damen einen Déjà-Vu-Effekt. Ausserdem haben sie den riesigen Vorteil, dass man sie mit einem sehr kurzen Minirock kombinieren kann, ohne "zu wenig bekleidet" dazustehen, denn letztendlich sind die Beine ja bedeckt, wenn auch von einer engen zweiten Haut. Bei den Müttern hat das auch einen Anti-Age-Effekt: sie zeigen Bein und vertuschen so, dass die Haut nicht mehr ganz so straff ist. Besser so.

Die italienische Soziologin Giovanna Cosenza spricht von Trans-Age. Eine Generation, die von den Werbemachern stark miteinbezogen wird: Sie ziehen sich an wie Teenager, essen gesund, gehen ins Fitnesscenter, haben Ipod, Iphone und Ipad. Na ja, wenn man bedenkt, dass eine 50-jährige bis vor ein paar Jahren wie Tina Pica aussah und heute praktisch eine Kopie von Lindsay Lohan ist ...

Dasselbe gilt natürlich auch für Männer, die sich ebenso mit Fitnesscentern, Wellnesscentern und den geliebten Schönheitsreparaturen beschäftigen. Fettpolster und Augensäcke werden seit ein paar Jahren regelmäßig von Chirurgen beseitigt, denn sie gehören zu den am meisten mit dem Skalpell bekämpften Alterszeichen der Männer. Und dann noch etwas Farbe für die Haare und ein auf Taille geschnittener Anzug - fertig: der 50-jährige von heute sieht nicht mehr aus wie der seriöse, mit den Jahren ermüdete Geschäftsmann, denn die Vorbilder sind heutzutage ganz anders. Vielleicht Fußballspieler und Reporter, die man oft im Fernsehen sieht. Man braucht sich nur den zeitlosen Christian De Sica mit seinen 59 Jahren anzusehen, der im Werbespot eines Telefonunternehmens in Badehose mit der attraktiven Belen Rodriguez herumturtelt und das ohne dabei zu riskieren, wie sein eigener Vater zu wirken.

Oder auch: Claudio Baglioni. In den 70er Jahren hatte er lange Haare und nicht gerade eine elegante "französische" Nase. Heute hat er kurze silberne Haare und die "Schönheitsreparatur" hat den Rest gemacht: das Profil und die Falten wurden geglättet. Das Ergebnis: Baglioni gefällt heute Müttern wie Töchtern.

Tja, das Gesetz zur Gleichstellung der Geschlechter ist hart: Fitnesscenter und Botox sind für beide. Vorbei sind die Zeiten, in denen die Frauen Sean Connery ansahen und sagten, dass die Falten zur Faszination gehörten.
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Veröffentlicht in Gesellschaft

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