Spuck mich an ... Danke!

Veröffentlicht auf von Katharina Heidrich

Wie würdet Ihr reagieren, wenn Euch jemand ins Gesicht spucken würde? Sauer und aggressiv? Keine sichtbare Reaktion aber rachsüchtig? Die andere Backe hinhalten? Bedächtig, weise, und bereit, dieses Ereignis als etwas anzusehen, aus dem man lernen kann - und auf diese Weise die Vibrationen des Umfelds ändern? Diese Geschichte zeigt uns, wie Buddha in einer Konfliktsituation reagiert. Darüber hinaus enthält sie einen Hinweis zum tieferen Sinn unserer Probleme und Krisen, die bedeutende "Weggabelungen" in unserem Werdegang bergen können. Die Macht der Dankbarkeit, die Vorbildrolle, die Kontrolle der Gefühle und das Leben im Hier und Jetzt. Eine kurze aber lehrreiche Geschichte zum Nachdenken. Übrigens, die Meditation ist ein tolles Werkzeug, um Gleichmut zu üben, eine wichtige Tugend in einer hektischen Welt...
Einmal kam ein Mann zu Buddha und spuckte ihm ins Gesicht. Buddhas Jünger waren selbstverständlich sehr verärgert und aufgebracht. Ananda, der Jüngste, wand sich an Buddha und sagte: Das war eindeutig zu viel! Und rot vor Zorn fügte er hinzu: Gib mir die Erlaubnis, diesem Mann zu zeigen, was er gerade getan hat! Buddha reinigte sich das Gesicht und sagte zu dem Mann: Danke, danke, danke. Du hast eine Situation herbeigeführt, einen Kontext, in dem ich testen konnte, ob der Zorn noch immer über mich herrschen kann und er kann es nicht. Dafür bin ich Dir sehr sehr dankbar. Auch für meine Jünger hast Du einen Kontext erschaffen, vor allem für Ananda, der mir am nächsten steht. Ihm hast Du gezeigt, dass der Zorn noch immer Macht über ihn hat. Vielen Dank! Wir sind Dir sehr dankbar! Du darfst kommen, wann immer Du möchtest. Bitte, immer wenn Du den Wunsch verspürst, jemanden anzuspucken, komm zu uns. Dies war für den Mann sehr ergreifend... Er konnte kaum glauben, was er da hörte. Er kam hierher, um den Zorn Buddhas zu erregen und war gescheitert. In der selben Nacht fand er keinen Schlaf, er wälzte sich im Bett hin und her, und dachte immer an das Gleiche: Er hatte Buddha angespuckt, eine der schlimmsten vorstellbaren Beleidigungen, und Buddha blieb ruhig und beherrscht wie vorher, als wäre nichts passiert... Dass Buddha sich das Gesicht reinigte und ihm sagte "DANKE, DANKE, DANKE, komm zurück, wenn Du das Verlangen verspürst, jemanden anzuspucken", das ging ihm nicht aus dem Kopf... Dieses ruhige und ernste Gesicht, diese verständnisvollen Augen, und als Buddha ihm dankte, war dies keine Formsache, sondern er war ihm wirklich dankbar, sein ganzes Ich war ihm dankbar, Buddha strömte eine Welle der Dankbarbeit aus. Am nächsten Morgen kehrte er zurück, zu Füssen Buddhas und sagte: Bitte verzeiht mir, ich konnte die ganze Nacht nicht schlafen. Buddha antwortete ihm: "Das hat nichts zu bedeuten, bitte nicht um Verzeihung für etwas, das nicht mehr existiert. Es ist schon so viel Wasser den Ganges hinunter geflossen! Schau, jeden Moment fliesst so viel Wasser! Es sind 24 Stunden vergangen, wieso schleppst Du eine Last mit Dir herum, die nicht mehr existiert, denke nicht mehr daran!

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Veröffentlicht in Religion

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