Die Ungleicheit von Männern und Frauen: Eine Frage der mentalen Gesundheit?

Veröffentlicht auf von Katharina Heidrich

Foto: Dorothea Lange, Library of Congress
90 Jahre nach Gewährung des Frauenwahlrechts in den USA brauchen die Mütter mit finanziellen Problemen heute eine andere Art der Gleichberechtigung. Michelle Chen erzählt uns in der Zeitschrift In These Times von einer Studie des Urban Institute in Washington, D.C, in der der Zusammenhang zwischen Depression, wirtschaftlichen Spannungen und dem Wohlbefinden der Familie deutlich gezeigt wird. Die Personen, die diese Studie durchführten, erklären der Zeitung The Washington Post dass "jede neunte Mutter, die in Armut lebt, eine schwere Depression aufzeigt, und diese Mütter stillen ihre Kleinkinder während einer kürzeren Zeit als andere Mütter, die ebenfalls in Armut leben."

Eine der Forscherinnen, Olivia Golden: "Eine Mutter, die zu traurig ist um morgens aufzustehen, kann die wesentlichen Bedürfnisse ihres Kindes nicht befriedigen”, wie zum Beispiel das konstruktive Spiel mit den Kindern, welches zu derer intellektuellen Entwicklung beiträgt.

Die Rezession in den USA hat die Armut im ganzen Land verstärkt. Eine aktuelle Analyse des Center for American Progress and Women's Voices zeigt, dass die wirtschafliche Instabilität unverhälnissmässig stark die alleinerziehenden Mütter trifft. Die Depression ist eine logische Antwort auf die konstante Besorgnis um die Einkünfte der kommenden Monate.

Diese Folgerungen untermauern eine vorherige Untersuchung der psychologischen  Konsequenzen der Armut einer Familie. Organisationen, die sich mit mentaler Gesundheit befassen, betonen, dass Rezession, Arbeitslosigkeit und Lohnkürzungen oft das Aufkommen von schweren mentalen Krankheiten verursachen.

Die Studie des Urban Institute fügt dem Teufelskreis der finanziellen Probleme eine psychologische Dimension hinzu. Die Studie wurde in derselben Woche veröffentlicht wie ein  Bericht über die Überlebenden der Naturkatastrophe Katrina. Dieser handelt von dem Trauma der Naturkatastrophe, den harten wirtschaftlichen Bedingungen und den emotionalen Problemen der Kinder. Die mentale Gesundheit in der Kindheit wird durch emotionale Spannungen der Eltern beeinflusst. Ob der Golf von Mexiko sich wirtschaftlich erholt oder nicht, kann ein Kind, das im Schatten des Hurrikans Katrina oder der BP-Ölkatastrophe aufgewachsen ist, sein ganzes Leben lang von diesen Ereignissen und der Verzweiflung geprägt sein.

Was diese Studie am Tag der Gleichstellung der Frau (in den USA am 26.08.) so erstaunlich und ironisch macht, ist die Tatsache, dass sie all das zeigt, was die Frauen seit Gewährung des Wahlrechts nicht erhalten haben. So sehen viele Frauen keinen Sinn darin, an diesem Feiertag ihre Stellung als gleichberechtigte Bürger zu feiern, während sie wirtschaftlich von keiner Gleichberechtigung sprechen können.

Die Organisation NOW feierte den Women's Equality Day, indem sie zur Aktualisierung des Zusatzartikels zur Gleichberechtigung aufrief. Die ACLU und die AFL-CIO forderten erneut die Entstehung einer Gesetzessprechung, die die enormen wirtschaftlichen Unterschiede zwischen Frauen und Männern beseitigen solle. Beide Vereine bestehen weiterhin auf eine Beihilfe im Falle von Krankheit und eine Erhöhung der Rentenbeihilfe, um die Verantwortungen einer alleinerziehenden Mutter bewältigen zu können.

90 Jahre nach Zuspruch des Wahlrechtes bestehen auf dem Arbeitsmarkt noch immer grosse Unterschiede. Vielleicht sollten die Frauen eine revolutionare Änderung in Hinsicht auf die Reste des Patriarchats herbeiführen, welches Ursache der Ausnutzung der Frau ist.

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Veröffentlicht in Spanien

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