Sherpas: unsichtbare Helden

Veröffentlicht auf von Katharina Heidrich

Sagt Dir der Name Edmund Hillary etwas? Ganz sicher: Es ist der Sir, der in den Annalen als erster Mensch gilt, der auf der Spitze des Everest seine Fußspuren hinterlassen hat. Und wie sieht es mit Tenzing Norgay aus? Sagt Dir dieser Name etwas? Eher nicht: Es ist der Sherpa, der ihn "begleitet" hat, was bedeutet, dass er zum Großteil die schwierigste Arbeit erledigt hat, damit sein Herr sich mit Ruhm schmücken konnte.

Wenn Dich diese Expedition interessiert, kannst Du vermutlich mit der Bezeichnung "der Sherpa von Edmund Hillary" etwas anfangen. Doch im Verhältnis zu den westlichen Bergsteigern, von wie vielen Sherpas kennst Du die eigentlichen Namen?

Die Sherpas sind die Bewohner des Himalaya, die anonymen "Babysitter" der Ruhm suchenden westlichen Bergsteiger.

Vor wenigen Tagen ist ein Einwohner Mallorcas namens Tolo Calafat nach Besteigen der Annapurna auf diesem verstorben. Die Informationen, die ich hierzu lesen konnte, sind etwas spärlich, dennoch erstaunt es mich wieder einmal, wie die Bergsteiger (und die Medien) die Sherpas behandeln: Wie unwesentliche Komparsen, wenn nicht sogar wie Packesel mit nur wenigen menschlichen Zügen.

Es war schwierig, den Namen zu finden, aber einer der Sherpas der Expedition namens Sonam verließ alleine das Basislager auf der Suche nach Calafat, und das nur wenige Stunden nachdem er von der unglaublich anstrengenden Bergbesteigung zurückgekehrt war. "Wir haben einen Sherpa mit einem Zelt, Sauerstoff und Lebensmitteln losgeschickt", sagte einer der im Radio befragten Bergsteiger, als handele es sich hierbei um den Boten eines Paketdienstes.

Keiner der westlichen Teilnehmer der Expedition kam auf die Idee, sich selber auf die Suche nach dem Vermissten zu machen, und selbst wenn, hätte der Rest der Gruppe solch ein selbstmörderisches Unternehmen wohl kaum zugelassen. Tatsächlich galt Sonam während 12 Stunden als vermisst und man erklärte ihn für tot.

Ein anderer Sherpa namens Dawa verbrachte die Nacht an der Seite des im Sterben liegenden Bergsteigers, im Freien, inmitten eines fürchterlichen Schneetreibens.

Keiner der beiden Sherpas wird jemals als Held bezeichnet werden, das steht fest. Hätte sich anstelle eines Sherpas einer der westlichen Bergsteiger solchen Risiken ausgesetzt, würden sich sehr wahrscheinlich schon Politiker darum streiten, mit diesem Superhelden auf einem Foto abgelichtet zu werden und irgendein Bürgermeister hätte schon längst einen öffentlichen Platz nach ihm benannt. Denn er verkörpere ja die Epik des Sportes, Gemeinschaftsgeist unter extremen Bedingungen, Solidarität mit all ihren Konsequenzen und wer weiß, was noch alles.

Aber für einen Sherpa gilt dies alles natürlich nicht, nein, die Sherpas sind anscheinend wie die Berge: ewig und unsterblich. Sie existieren nur als lästiges, aber unverzichtliches Element für den Ruhm des Bergsteigers, wie die Berge, und wie diese stehen sie weit über Gut und Böse.

Sonam und Dawa, nachdem sie für ihre Dienstherren ihre Leben auf's Spiel gesetzt hatten, bauten das Lager ab und stiegen die Annapurna zu Fuß ab. Der Hubschrauber? Nur für Weiße, für die großen Helden des Bergsports.
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Veröffentlicht in Spanien

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T
das ist aber bei den gesamten sachen im kletter sport so .<br /> die sherpas können machen was sie wollen und werden nicht gefeiert und die westlichen bergsteiger müssen nur einen finger rühren um was weis ich alles für preise zu bekommen
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