Italien: Finger weg vom Nutella!

Veröffentlicht auf von Jan



BRÜSSEL - Ist Nutella in Gefahr? Nachdem das EU-Parlament sich im ersten Wahlgang auf die Einführung des besten Ernährungsprofils für jedes Lebensmittel geeinigt hat, sieht es für den guten alten Brotaufstrich nicht gut aus.  Der Vizepräsident der Gruppe Ferrero, Paolo Fulci, schlägt Alarm:

[caption id="attachment_577" align="alignright" width="300" caption="Foto: Isabelle - Eat my cake now / Creative Commons Lizenz"][/caption]

Der Wahlgang am Mittwoch könnte, wenn er denn das Votum bestätigt, "Nutella und die überwiegende Mehrheit der Süßwaren bald für illegal erklären" [...] (Quelle Il corriere)

Meine Meinung dazu: Völlig abwegig. Lächerlich. Eine Instrumentalisierung. Das sind die ersten Worte, die mir dazu einfallen. Gar nicht unbedingt deshalb, weil mir, wie den meisten Menschen, die ich kenne, Nutella schmeckt. Sondern auch und vor allem, weil es immer um die richtige Dosierung geht. Natürlich kann ein ganzes Glas Nutella krank machen (von Fettröllchen ganz zu schweigen), genauso wie es dem Magen bestimmt nicht wohl tut, wenn man ein halbes Kilo Nudeln auf einmal isst. Und wo wir schon dabei sind: Eine Orangen-Orgie stellt bestimmt auch ein gesundheitliches Risiko dar. Zu viel ist einfach immer schlecht. Es ist also einfach eine Frage des gesunden Menschenverstandes, etwas, was bestimmten Politikern, und nicht nur den italienischen, abzugehen scheint. Aber anstatt über Nutella herzufallen (und in Kürze auch über Ofengerichte - erinnert sich jemand an die Sache mit der Pizza? Da wurde behauptet, dass eine Pizza aus dem Holzofen nicht hygienisch sei... Was essen diese Leute eigentlich?), warum richten sie ihr Augenmerk nicht auf bestimmte Zutaten gewisser  "Leckerbissen"? Ich fände es durchaus angebracht, wenn sie genauere Kontrollen auf den Weg brächten - nicht nur für die Haselnüsse von Herrn Ferrero (den ich nicht kenne und für den ich hier auch keine Werbung machen möchte), sondern für alle Lebensmittel, auch für das Fleisch der Hamburger und das Frittierfett, in dem die Pommes bei McDonalds gebrutzelt werden usw. usw.

Nur dann könnte man glauben, dass die Politiker drüben im Parlament der Gesundheit der EU-Bürger ein reales und ernstes Interesse entgegen bringen. Dass sie, da man sie ja gewählt hat (leider Gottes!), volljährig und in der Lage sind, zu entscheiden, wie und wie viel man essen sollte. So jedoch bleibt mir nur der immer gleiche, lästige Beigeschmack im Mund: "cui prodest" - wem nützt es?

Werbung

Veröffentlicht in Gastronomie

Um über die neuesten Artikel informiert zu werden, abonnieren:
Kommentiere diesen Post