Wolkenkratzer für die Toten

Veröffentlicht auf von Katharina Heidrich

Mumbai, die indische Stadt, die früher Bombay hieß, ist unter anderem für ihre hohe Bevökerungsdichte bekannt. Das ist in keiner (indischen)  Stadt etwas besonderes, und oft gibt es nicht genügend bebaubare Bodenfläche für die vielen Einwohner. Also müssen Prioritäten gesetzt werden: Erst die Lebenden oder die Toten?

Die Friedhöfe nehmen viel Platz weg und auch wenn einige als - schöne - Grünflächen angelegt sind, so sind die meisten doch strikt eingegrenzte Bereiche, die man nur an bestimmten Uhrzeiten betreten kann. Wieso nicht diese vielen Quadratmeter als öffentlichen Raum nutzen?

Rascacielos cementerio Mumbai


Das muss es gewesen sein, was sich die Architekten Yolin Fu und Ihsuann Lin gedacht haben, als sie den Moksha Tower entworfen haben. Eine vertikale Totenstadt, die Platz spart und den Angehörigen erlaubt, verstorbene Familienmitglieder zu jeder Zeit zu besuchen. Es handelt sich um einen Wolkenkratzer, der die Bestattung nach verschiedenen religiösen Bräuchen ermöglicht. So beherbergt er zum Beispiel für die Christen eine Etage für Beerdigungen und die dazu gehörige Messe, für die Musulmanen einen Garten, in denen die Beisetzungen stattfinden, für die Hindus ein Krematorium und sogar einen künstlichen Fluss für die Asche, und für die Parsen, die ihre Körper auf einer hohen Säule den Geiern überlassen, die Dachterrasse ("Der Turm der Stille"), auf der die Natur ihren Lauf nehmen kann.

Rascacielos cementerio Mumbai


Zusätzlich ist die Struktur des Gebäudes von Grünflächen umgeben, um zur CO2-Reduzierung in einem sehr verschmutzten Gebiet wie Mumbai beizutragen. Wird diese Idee Erfolg haben?
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Veröffentlicht in Gesellschaft

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