Ausgangssperre für junge britische Autofahrer?

Veröffentlicht auf von Ingmar Link

[caption id="attachment_5552" align="alignright" width="368" caption="Foto: Sara b. | Creative Commons Lizenz (Flickr)"][/caption]

Die BBC hat beim Berichten über Verkehrssicherheitsmaßnahmen heute morgen fast selbst einen Unfall verursacht, als sie folgende Meldung mitteilte:
"19- bis 24jährigen könnte verboten werden, in der Nacht Auto zu fahren"

Ich nahm dies anfangs so auf, als hätte die Regierung tatsächlich so ein Gesetz geplant. Ungläubig schaute ich auf mein Radio nach dem Motto "habe ich jetzt richtig gehört?", und sagte dann "was zum Teufel habt ihr gemacht?"

Meine ersten Gedanken gingen sofort zu Clegg's Rede von gestern Nachmittag, während der er folgendes sagte: "the job of government is not to run people's lives. It is to help people to run their own" (die Aufgabe der Regierung ist es nicht, das Leben der Menschen zu lenken. Sie besteht darin, den Leuten zu helfen ihr eigenes Leben zu lenken). Ich war also erleichtert zu hören, dass die Beeb (BBC) lediglich die Schlagzeile der Daily Mail wiedergegeben hatte. In Wirklichkeit ist dies nur ein weiteres Beispiel von öffentlich finanziertem, Vorbeugeprinzip-geleitetem Lobbying.
Neu ausgebildete junge Fahrer sollten bei Nacht vom Autofahren ausgeschlossen werden und daran gehindert werden, Gleichaltrige mitzunehmen, sagen Forscher der Uni Cardiff.

Sie sagen, dass dieses "graduelle Fahrerlaubnissystem" für 17- bis 19jährige  mehr als 200 Leben retten könnte und 1700 weniger Verletzte im Jahr bedeuten würde.

Die üblichen Horrorzahlen werden wieder aus der Schublade geholt, mit dem üblichen Zusatz "könnte", sie werden aber wie immer nicht in den richtigen Kontext gesetzt.

Die letzten Zahlen, die ich zu Führerscheininhabern finden konnte, stammen aus dem Jahr 2007, in dem die DVLA festhält, dass etwas mehr als 2 Millionen Inhaber 20jährig oder jünger sind. Dies inklusive provisorischer Führerscheine, wir können die Zahl also halbieren. Bei einer konservativen Einschätzung könnte man sagen, dass diese Fahrer einmal pro Woche am Abend Autofahren. Das wären dann über 50 Millionen Fahrten pro Jahr oder 100 Millionen, wenn man die Rückfahrt mitberechnet.

Der Studie zufolge müssten all diese erfolgreichen Fahrten wegen der 0.0004% mit schrecklichem Ausgang verboten werden - die Wahrscheinlichkeit, vom Blitz erschlagen zu werden, ist genauso groß.

Nur weil "ein verlorenes Leben eins zu viel ist", möchten diese langweiligen Forscher jeden jungen Fahrer im Land bestrafen, indem man sie des Freiheitsgefühls beraubt, das wir alle erleben durften, als wir zum ersten Mal unseren Führerschein in den Händen hielten. Nicht nur das, auch die romantischen Abende unserer Jugend, die durch ein Auto vereinfacht wurden, alle Freundschaften, Netzwerke, die nicht nur über Facebook zustande kommen, sogar die Freude, bei McDonalds mit einem Freund vorbeizufahren, wären dahin.

Es gibt scheinbar keine andere Lösung, als das Nachtfahren und die Mitnahme von Freunden zu verbieten. Alle Teenies haben Ausgangssperre, um jedwedes Risiko abzuwenden.

Man muss sich schon fragen, ob die faden, dattrigen Kinderdamen, die sich solche Empfehlungen ausdenken, sich daran erinnern, dass sie selber mal jung waren... falls sie es überhaupt je waren.
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Veröffentlicht in Politik

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