Die Blogger werden immer professioneller... aber früher war alles besser

Veröffentlicht auf von Katharina Heidrich

Zweifelsohne existiert noch immer die ursprüngliche Blogosphäre: persönlich, uneigennützig und gerecht verteilt. Das Gleiche gilt für die Fotografie, das Kino, die plastische Kunst und für alle Genres und Formen: Sobald sie sich historisch und technisch entwickeln, fragmentieren sie sich in verschiedene Ebenen, von der am meisten fortgeschrittenen bis zum traditionellsten. Platz ist für alle da.

Aber die Blogs sind nicht mehr das, was sie einmal waren, und ich meine dies nicht im nostalgischen Sinne. Auf die ersten Blogs folgten die Blognetze, mit wirtschaftlichen Interessen und denen gegenüber die individuellen Blogs klare Nachteile hatten (Ressourcen, Promotion, Sichtbarkeit). Danach kamen die Netzwerke, die einen großen Teil der Links und Kommentare, wenn nicht sogar den Inhalt der Blogs einsacken. Und jetzt boomt das neue “mobile Internet”, in dem die zahlreichen Anwendungen vorherrschen (Google als Sprecher und Vorreiter dieser neuen deregulierten Etappe).

Das Internet zentralisiert sich mehr und mehr (unsere Daten sind in Facebook, Google oder administrativen Datenbanken) und aus einer Diskussion wird lediglich eine Zustimmung (gefällt mir).

All diese Veränderungen führen zu einer Professionalisierung der Blogger, die wiederum einen anderen Schreibstil entwickeln. Heutzutage herrscht das Blog als Produkt mit dem Blogger als Subjekt vor, denn dieser muss in vielen Bereichen gleichzeitg arbeiten um ein Einkommen zu erzielen, was eine gewisse Homogenisierung der Blogsphäre zur Folge hat. Die besten oder produktivsten Blogger veröffentlichen in verschiedenen Blogs und sogar in verschiednen Blognetzwerken.

Ein wettbewerbsbasiertes Szenarium in einer wettbewerbsbasierten Gesellschaft. Und ein Paradoxon: Die persönlichen Interessen führen uns zu einer immer unpersönlicheren Blogosphäre.
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