Schlangeninvasion auf den kanarischen Inseln
[caption id="attachment_1170" align="alignright" width="302" caption="Heriberto Ramos, ein Einwohner der Gemeinde Valsequillo auf Gran Canaria, hält eine Kalifornische Kettennatter in die Kamera, die in einem zentralen Park gefangen wurde."]
[/caption]Auf Gran Canaria befindet sich eine wahre Schlangenplage weiterhin außer Kontrolle. Theoretisch existiert ein Kontrollplan, doch angesichts dessen Ergebnisse wurde er wohl zu spät in die Tat umgesetzt (zehn Jahre nach Entdeckung der ersten Schlangen). Leichtfertige Liebhaber ungewöhnlicher Haustiere hatten die Schlangen gekauft und sie, als der Reiz der Neuheit verblasste, mitten auf dem Land ausgesetzt. Nun hat sich die Kalifornische Kettennatter (Lampropeltis getulas) in ein schwerwiegendes ökologisches Problem verwandelt.
Schlangen gehören nicht zu den einheimischen Arten der Kanarischen Inseln, doch nun gibt es Hunderte davon. So viele, dass ihre Ausrottung unmöglich erscheint. In knapp zwei Jahren hat der Bekämpfungsplan, der von der kanarischen Regierung in Zusammenarbeit mit dem Stadtrat von Gran Canaria umgesetzt wurde, zum Fang von 334 Schlangen in den Gemeinden Valsequillo und Telde geführt. Waren das alle? Keineswegs. Die Population der Kalifornischen Kettennatter kann die tausend Exemplare überschreiten. Doch damit nicht genug: Da diese Schlangenart auf den Kanaren keine natürlichen Feinde hat, vermehrt sie sich umso schneller und passt sich leicht an eine schroffe Umgebung von Felsschluchten an, die voller Schlupflöcher und Verstecke sind. “Die Kettennatter hat sich in eine wahrhaftige Plage verwandelt, die sich negativ auf den guten Ruf Gran Canarias und den Turismus auswirken und bei mehr als einer Person einen Herzinfarkt auslösen kann”, gibt der regionale Abgeordnete José Ramón Funes zaghaft zu.
Zum Glück sind diese Tiere für den Menschen nicht gefährlich, auch wenn ihr Äußeres beindruckend ist. Sie sind nicht giftig, greifen keine Personen an und ihre Bisse entsprechen denen einer Maus. Dennoch stellen sie für die Umwelt eine Katastrophe dar, da sie sich von Echsen, Salamandern und den Eiern und Küken von endemischen Vögeln ernähren, die gegenüber solch einer unbekannten Tierart völlig hilflos sind.
Die Tage der Gran-Canaria-Rieseneidechse (Gallotia stehlini), der letzte nicht bedrohte kanarische Saurier, sind gezählt wenn die Kettennatter weiterhin auf der Insel gedeiht. Wie Experten bewiesen haben, sind die größten Exemplare in den von den Schlangen heimgesuchten Gebieten bereits verschwunden.
Da die Ausrottung der Kettennatter unmöglich ist, hat die Regierung bereits 236 474 Euros dafür ausgegeben, eine weitere Verbreitung zu verhindern. Dennoch schreitet die unerwünschte Invasion der Spezies weiter voran und Schlangen wurden in bisher nicht betroffenen Dörfern im Norden der Insel gesichtet. Wenn dieses Reptil auch weiterhin in den Vogelhandlungen verkauft wird, ist eine Verbreitung dieser und anderer invadierender Arten auch weiterhin gegeben. Da haben die Liebhaber außergewöhnlicher Haustiere wirklich etwas Schönes angerichtet.
Und ein eindrucksvolles Video dieser Schlangenart.
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